Heidelbachtal-Musikanten geben drei Konzerte in den USA

Das Drebacher Orchester fliegt am Mittwoch nach New York. Die Musiker werden bei der Steuben-Parade und einem Oktoberfest auftreten. Dafür haben sie ihr Repertoire erweitert. Böhmische Blasmusik spielt dabei jedoch nicht die Hauptrolle.

Drebach.

Ob Gudrun Melzer die Nacht zum Mittwoch gut schlafen kann, ist ungewiss. Denn am morgigen Mittwoch wird die Sängerin der Drebacher Heidelbachtal-Musikanten erstmals in ihrem Leben ein Flugzeug besteigen. Genau genommen sogar zwei: erst die Maschine nach London, von dort geht es weiter nach New York. Doch die Auftritte des Orchesters in den USA will sich die 60-Jährige auf keinen Fall entgehen lassen - trotz ihrer Flugangst: "Das wird für mich eine Herausforderung. Aber diese Reise ist wirklich etwas Besonderes."

27 Musiker und ihre Begleitung werden für eine reichliche Woche an die amerikanische Ostküste reisen und dort drei Konzerte geben. Nur Schlagzeug und Tuba bleiben wegen Übergröße zuhause, die anderen Instrumente werden im Handgepäck mitgeführt. Die Anfrage des größten Klubs deutscher Einwanderer an der amerikanischen Ostküste, dort zu spielen, kam im April überraschend, sagt Robin Kürschner. Er leitet und dirigiert nicht nur die Heidelbachtal-Musikanten, sondern auch das Jugendblasorchester Bernsdorf. In den vergangenen beiden Jahren hat er bereits mit Musikern dieses Ensembles in Amerika gespielt. Nun wird er dort die Drebacher Blasmusiker dirigieren.

Auf die Mitglieder des Klangkörpers wartet ein umfangreiches Programm: Am Donnerstag und Freitag steht die Erkundung New Yorks aus touristischer Sicht auf dem Plan. Samstag werden die Heidelbachtal-Musikanten erst bei der alljährlichen Steuben-Parade zu Ehren von Freiherr Friedrich Wilhelm von Steuben, einem preußischen Helden des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, mitmarschieren und dabei musizieren. "Da darf der Steigermarsch natürlich nicht fehlen", blickt Robin Kürschner voraus. Anschließend spielen sie im Festzelt beim Oktoberfest in der Region New Jersey vor Tausenden Besuchern. "Und das von 13 bis 22 Uhr sowie am Sonntag noch einmal von 12 bis 22 Uhr - ein anspruchsvolles Vorhaben", sagt der Dirigent. Am Montag ist das Orchester dann zu Gast bei der deutschen Botschaft in Washington, um dort ein "Biergartenkonzert" zu geben. Danach haben die Drebacher noch zwei Tage Gelegenheit, Zeit mit ihren Gastgebern zu verbringen. Die Musiker haben sich auf die Auftritte in den USA extra vorbereitet. "Beim Oktoberfest ist unsere böhmische Blasmusik weniger gefragt, im Festzelt werden wir mehr Stimmungsmusik spielen", berichtet Gudrun Melzer. Jeweils ein Drittel Standard-Repertoire, ältere sowie neu einstudierte Titel haben die Musiker im Gepäck. "Lieder wie ,In München steht ein Hofbräuhaus', aber auch Rock 'n' Roll dürfen nicht fehlen. Und auch Titel wie ,Sweet Caroline' das Westernhagen-Medley, die wir sonst überhaupt nicht spielen, haben wir dabei. Wir sind alle gestandene Musiker, da haben drei Verständigungsproben zum Einstudieren gereicht", erläutert Robin Kürschner. Und er weiß, was die Amerikaner unbedingt hören wollen: den Ententanz. "Darauf gehen die Leute dort voll ab. Den werden wir pro Abend wohl bis zu sechs Mal spielen müssen", hat der Dirigent so eine Vorahnung.

Nach ihrer Rückkehr bleibt den Heidelbachtal-Musikanten nicht viel Zeit zum Durchatmen. Dann beginnen gleich die Proben für ihre nunmehr dritte CD, die sie Ende Oktober/Anfang November einspielen möchten.

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