Jubilarinnen präsentieren ihre Vielfalt

Eine Klöppelgruppe aus Zschopau feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Die interessantesten Arbeiten sind im Schloss Wildeck zu sehen.

Zschopau.

Schwibbögen und Engel der besonderen Art sind derzeit im Roten Saal von Schloss Wildeck zu bestaunen. Holz bildet lediglich den Rahmen für die eigentliche Kunst: Fäden, die - ineinander verschlungen - beeindruckende Bilder ergeben. "Das sind moderne Produkte des Klöppelns", sagt Monika Eidner, deren Klöppelgruppe vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Anlässlich dieses Jubiläums ist am vergangenen Wochenende die Ausstellung im Schloss eröffnet worden, die noch weitere zeitgemäße Arbeiten wie Ohr- und Hals-Accessoires zu bieten hat. Daneben erwarten den Besucher traditionelle Arbeiten wie Wand- und Fensterbilder sowie Weihnachtsschmuck.

"Wir wollen hier unsere Vielfalt zeigen. Insgesamt sind es um die 300 Exponate", erklärt Monika Eidner, die seit den 1980er-Jahren klöppelt. Damals entdeckte sie in einer Gornauer Gruppe ihre Leidenschaft. Auch in Zschopau war diese Handwerkskunst fester Bestandteil des kulturellen Lebens. Sowohl das MZ-Werk als auch der Rat des Kreises kümmerten sich um entsprechende Angebote. Dass diese nach der Wende fehlten, war Hans Brenner nicht entgangen. "Als Vorsitzender des Zschopauer Vereins für Heimatgeschichte, Brauchtum- und Denkmalpflege wollte er, dass diese Tradition unbedingt erhalten bleibt", erzählt Monika Eidner. Also ergriff er die Initiative und konnte Frauen mit entsprechenden Kenntnissen und Fähigkeiten für die sogenannte Klöppelgruppe 1 gewinnen.

Mit fünf Frauen fing 1994 alles an. "Zu guten Zeiten waren wir 16, aktuell sind wir zu zehnt", sagt Monika Eidner, die inzwischen die Leitung der Gruppe übernommen hat. Alle 14 Tage wird mittwochs ab 14.30 Uhr im Vereinsraum des Schlosses geklöppelt. Für die Mitglieder im Alter von 65 bis 85 Jahren ist das ein fester Termin, doch jüngere Frauen sind nur selten dabei. Es gebe zwar durchaus Interesse beim Nachwuchs, wie Monika Eidner sagt. Allerdings rückten irgendwann Familie und Beruf in den Vordergrund. In ihrer Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule Großolbersdorf konnte die 74-Jährige manches Mädchen fürs Klöppeln begeistern. "Aber nach der Oberschule oder dem Gymnasium ist niemand mehr da", so die bittere Erfahrung.

"Einige haben ihre Klöppelsachen noch daheim auf dem Boden", gibt sich die Zschopauerin kämpferisch. Solche Frauen zurückzugewinnen, ist - neben dem Aufzeigen der Klöppelvielfalt - ein Ziel der Ausstellung, die bis zum 8. Dezember zu sehen ist. Wer dort mit den Mitgliedern ins Gespräch kommt, erfährt auch einiges über die Vielfalt des Vereinslebens. "Es ist nicht so, dass wir nur klöppeln. Wir unternehmen auch immer wieder mal Ausflüge", sagt Monika Eidner.

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