Kleine Bewohner verzögern Abriss

Gern würde Drebach die Investruine im Ortsteil Grießbach so schnell wie möglich beseitigen. Nach einer Untersuchung muss das aber bis zum nächsten Winter weiter warten.

Grießbach.

Wie alle zwei Jahre üblich, hat sich der Drebacher Gemeinderat einen Eindruck vom Stand der örtlichen Baumaßnahmen verschafft. Zwei Projekte, die auf der langen Prioritätenliste standen, rückten dabei in den Fokus. Es handelte sich zum einen um den geplanten Neubau einer Mehrzweckhalle in Drebach. Dazu erklärte Bürgermeister Jens Haustein: "Mit der kommunalrechtlichen Stellungnahme haben wir die letzte Auflage erfüllt. Nun werden die Unterlagen gesichtet, vor April ist aber keine Information bezüglich der Fördermittel zu erwarten."

Zeitliche Angaben konnte der Gemeindechef auch zum zweiten wichtigen Projekt machen. So soll die Investruine in Grießbach im November abgerissen werden. "Da hat sich einiges zum Guten gewendet. Es ist ein Zeichen an die Bevölkerung, dass wir die Planung jetzt angehen", sagte Haustein. Zuvor hatte die Gemeinde das 9500 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich immer noch ein nie fertiggestellter Wohnblock aus der letzten Phase der DDR befindet, für einen symbolischen Preis gekauft. Bald sollen dort Eigenheime entstehen. Vom Kühlgerätehersteller DKK erbaut, nach der Wende an die Treuhand und später in den Besitz einer Betreibergesellschaft übergegangen, steht das Objekt vor dem Abriss. Allerdings lässt sich dieser erst im kommenden Winter realisieren, wie Haustein in der Sitzung erklärte.

Ausschlaggebend sind die Untersuchungen eines Frankenberger Ingenieurbüros, das in dem Plattenbau mehrere tierische Bewohner entdeckte. "Über die Jahre hinweg haben sich in der Ruine einige Vogelarten eingerichtet. Auch Spuren von Fledermäusen wurden entdeckt", sagt Haustein mit Verweis auf eine Artenschutzbegehung im vergangenen Oktober. "Auf dem Dachboden fanden sich zwei neue Fledermauskotplätze unter Deckenspalten der Betoneinbauten", heißt es im entsprechenden Protokoll. Als Winterquartier wird das Gebäude laut der Beurteilung allerdings nicht genutzt. Und auch die Kleinvögel wie Rotkehlchen oder Meisen, die die Brutmöglichkeiten im Innenraum nutzen, sind in der kalten Jahreszeit nicht vor Ort, sodass der Abriss im Winter erfolgen soll.

Um die Vögel während der Fortpflanzungszeit nicht zu stören, sind die Abbrucharbeiten laut Ingenieurbüro nur im Zeitraum zwischen dem 1. November und dem 28. Februar auszuführen. Gern hätte Drebach diese Maßnahme bereits in diesem Winter in die Wege geleitet. Allerdings waren laut Haustein "die verwaltungstechnischen Voraussetzungen dafür nicht zu schaffen". Nun soll der Abriss in aller Ruhe für November vorbereitet und geplant werden. Parallel dazu soll schon jetzt Werbung für die Grundstücksflächen betrieben werden. Erste Kaufinteressenten gibt es laut Bürgermeister schon.

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