Kletterer in Wolkenstein überlebt 20-Meter-Sturz

Der Hobbykletterer musste mit einem Hubschrauber geborgen werden. Es ist nicht der erste schwere Unfall in dem Klettergebiet.

Wolkenstein.

Ein Hobbykletterer ist am Samstag in Wolkenstein beim Abseilen an einem Felsen in die Tiefe gestürzt. Nach Angaben der Polizei, die sich auf Informationen der Rettungsleitstelle bezieht, soll der Sturz insgesamt etwa 20 Meter betragen haben. Der 35 Jahre alte Mann wurde verletzt mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. 

Der 35-jährige Kletterer liegt in der Dresdner Uniklinik. "Ihm geht es den Umständen entsprechend, wie durch ein Wunder hat er nur einen Bruch des Sprunggelenks zu beklagen", sagt sein Kletterpartner, der nicht mit Namen genannt werden will. Beide kletterten am Samstag das "Wintermärchen" - eine Route, die mit dem Grad 7 im mittleren Schwierigkeitsgrad einzuordnen ist. Der Unfall passierte nach dem Klettern beim Abseilen zurück zum Boden. "Er verlor die Kontrolle und stürzte über mehrere Absätze nach unten, am Ende bremste ihn ein Baum ab", erzählt sein Kletterpartner. "Er blieb erst bewusstlos liegen. Ich habe ihn mehrfach angesprochen, bis er wieder zu sich kam. Er wirkte orientierungslos."  Der Kletterpartner rief sofort den Rettungsdienst und transportierte seinen Freund auf einen sicheren Quergang. Kurze Zeit später kam der Rettungswagen. "Weil zunächst alles auf innere Verletzungen hindeutete, forderte der Notarzt einen Hubschrauber an. Der erste hatte allerdings keine Seilwinde dabei, woraufhin ein zweiter Hubschrauber angefordert wurde", erzählt der Kletterpartner. Knapp drei Stunden nach dem Sturz wurde der Verletzte ausgeflogen. 

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Als Unfallursache nennt die Polizei die falsche Bedienung des Abseilgerätes. Der Kletterpartner geht dagegen zusätzlich von einem Materialschaden aus. "Das Seil ist an einer Seite gerissen. Es kann sein, dass es an den scharfen Kanten der Wand aufgerieben wurde", erklärt er.

In der Wolkensteiner Schweiz kommt es immer wieder zu Kletterunfällen. Der letzte ereignete sich im Juli vergangenen Jahres. Rund zehn Meter war ein Mann in der Wolfsschlucht in die Tiefe gestürzt. Annähernd 60 Rettungskräfte waren an der Bergung beteiligt. Der Mann hatte ebenfalls Glück im Unglück. Auch er verletzte sich beim Sturz lediglich am Fuß. Beim Abseilen mit seinem Kletter-Partner hatte er an der steilen Wand den Halt verloren. Neben den Feuerwehren aus Wolkenstein, Streckewalde und Schönbrunn war wieder der Bergbau- und Höhenrettungszug Annaberg-Buchholz beteiligt. Die Kameraden, die für Unfälle in Tiefen und Höhen speziell ausgerüstet und geschult sind, hatten den Leichtverletzten mit einer Schleifkorbtrage zum Krankenwagen gebracht.

Ein weiterer Hobbybergsteiger war im Juni 2013 abgerutscht und ins Seil gefallen. Kameraden der Feuerwehr bargen den Verletzten aus unwegsamem Gelände und übergaben ihn dem Rettungsdienst. (mit gm)

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