Minister gibt Startsignal für Groß-Finanzamt

In vier Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 7100 Quadratmetern soll sich die Behörde künftig in Annaberg-Buchholz konzentrieren. Der Einzug ist für September 2021 geplant. Auch in Zschopau ist dann Stühlerücken angesagt.

Annaberg-Buchholz/Zschopau.

Was haben die Bundesligaspieler Arjen Robben und Marco Reus mit den 400 Mitarbeitern des künftigen Groß-Finanzamtes Erzgebirge gemeinsam? Ihr Arbeitsplatz verfügt über die gleiche Größe. Während allerdings ein Marco Reus die rund 7100 Quadratmeter große Spielfläche eines Bundesligastadions mit nur 21 weiteren Kollegen teilen muss, heißt es für die Beschäftigten der Landesbehörde zusammenrücken. Denn auch das künftige Erzgebirgs-Finanzamt soll - aufgeteilt auf vier Gebäude - über eine Gesamtfläche von 7100 Quadratmetern verfügen. Rein rechnerisch wären das pro Mitarbeiter 17,75 Quadratmeter. Korridore, die Teeküche sowie Technikräume sind bei den 7100 Quadratmetern nicht berücksichtigt. Egal, im September 2021 soll Einzug gefeiert werden.

Gestern war Baustellenbesichtigung mit dem Chef angesagt. Sachsens Finanzminister Matthias Haß hat dabei den offiziellen Startschuss für die Arbeiten gegeben, mit denen schon vor drei Wochen begonnen wurde. Im Mittelpunkt steht zunächst der Komplex der ehemaligen Post an der Klosterstraße, der derzeit entkernt und danach denkmalschutzgerecht saniert wird. Bis Mai 2020 sollen die Arbeiten beendet sein, sodass dann der Umzug der Mitarbeiter aus dem jetzigen Finanzamt dorthin erfolgen kann.

Der Umbau der Alten Post zum reinen Bürogebäude soll allein 8,5 Millionen Euro kosten. Während die äußere Ansicht mit der Klinkerfassade weitgehend erhalten bleibt, sind im Inneren erhebliche Eingriffe erforderlich, erklärte kürzlich Peter Voit, Niederlassungsleiter Chemnitz des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Als Beispiele nannte er die Erneuerung der Geschossdecken, Einbau eines Aufzuges sowie Brand- und Schallschutz. Wenn die Alte Post fertiggestellt ist, sollen in das Gebäude übergangsweise alle bereits in der Kreisstadt tätigen Finanzamtsmitarbeiter einziehen, um in den Objekten Amtsgericht und jetziges Finanzamt Baufreiheit zu schaffen. Die werde benötigt, weil auch in diesen zwei Gebäuden umfangreiche Arbeiten anstehen.

Im Mai soll mit dem zusätzlich benötigten Erweiterungsbau begonnen werden. Zwischen diesem Objekt und dem Neubau soll es einen Verbindungsbau geben sowie ein großes Tor, damit keine ungebetenen Gäste in den Innenhof gelangen können. Für die Errichtung des Neubaus, der wie auch die umliegenden Häuser ein Satteldach erhalten werde, seien zwei Jahre veranschlagt.

Einige Probleme gebe es zurzeit noch mit der Liegenschaft Gärtnerweg 1, auf der ein teils dreigeschossiges Parkhaus mit 227 Stellflächen für die Mitarbeiter des künftigen Finanzamtes Erzgebirge entstehen soll. Diese Probleme heißen konkret Altbergbau, der dort in wesentlich größerem Umfang eine Rolle spiele, als ursprünglich angenommen.

Dass die Neuwahl der Landesregierung im nächsten Jahr Einfluss auf die Umsetzung des gut 30 Millionen Euro teuren Projektes haben könnte, davon geht der SIB-Niederlassungsleiter nicht aus. "Ich kenne kein Projekt, das begonnen, nach einer Wahl aber nicht zu Ende geführt wurde", sagte er.

Auch für Zschopau hat das Großprojekt in Annaberg Folgen. Nach dem Leerzug des Finanzamtes an der August-Bebel-Straße soll nach den Plänen der Staatsregierung der Hauptsitz des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in die Motorradstadt verlegt werden. Denn das Standortkonzept der Landesregierung aus dem Jahr 2012 sieht vor, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Städten und Oberzentren herzustellen. (mit alu/mik)

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