Mit Teamgeist aufs nächste Level

Um die Integration an der Zschopauer Nexö-Schule zu fördern, haben sich drei Mitarbeiterinnen ein Spiel einfallen lassen. Vor der Premiere im Frühjahr gaben sie schon mal einen Einblick ins Konzept.

Zschopau.

Dem Projekttag, der in vier Monaten auf sie wartet, fiebern die Siebtklässler der Zschopauer Martin-Andersen-Nexö-Oberschule diesmal mit besonderer Spannung entgegen. Schließlich wissen die Schüler noch nicht, welche konkreten Herausforderungen sie dabei erwartet. Nur das grobe Konzept gab Wilma Bräutigam schon jetzt preis. "Es kommt auf Kopf, Körper und Teamgeist an. Wer als Klassengemeinschaft gut funktioniert, hat gute Chancen", verriet die Mitorganisatorin, die das Spiel zusammen mit Inklusionsassistentin Ulrike Meißner und Sozialarbeiterin Anja Kolditz entwickelt hat und damit die Integration fördern will.

Wilma Bräutigam selbst ist als sogenannter Fellow an der Schule tätig. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet dieser Begriff so viel wie Gefährte. Genau das ist die junge Pädagogin, die für die gemeinnützige Bildungsinitiative "Teach first" arbeitet. Eine Begleiterin für meist aus Flüchtlingsfamilien stammende Kinder und Jugendliche, die ins Bildungssystem integriert werden sollen. Häufig ist dies nicht einfach, wie Wilma Bräutigam aus Erfahrung weiß: "Obwohl sich die Schüler jeden Tag sehen, wissen sie über den Klassenkameraden manchmal nicht viel." Speziell Kinder mit ausländischen Wurzeln hätten es aufgrund der Verständigung mitunter schwer. Als Hindernis geht die Sprache in den Augen des Fellows aber nicht durch. "Am besten lernen sich die Kinder und Jugendlichen kennen, indem sie Aufgaben gemeinsam bewältigen", erklärt Wilma Bräutigam. Also ergriff sie mit ihren beiden Kolleginnen die Initiative und tüftelte an einem Spielkonzept, das alle Mädchen und Jungen der siebenten Klassenstufe zusammen bringen soll. Unter dem Namen "Gemeinsam in Aktion kommen" entstand ein Projekt, das sogar beim Ideenwettbewerb eines regionalen Energieversorgers ganz groß abräumte. "Ein solch umfangreiches Konzept mit so viel Kreativität und Hintergrund haben wir in mehreren Jahren noch nie erlebt", sagt die für den Wettbewerb zuständige Martina Flade, die vor 30 Jahren selbst die Nexö-Schule besuchte. Als Anerkennung wird das Projekt nun mit 500 Euro aus einem Integrationsfonds gefördert. Doch Details wurden auch bei der Übergabe des Preises noch nicht verraten.

Immerhin gewährte Wilma Bräutigam weitere Einblicke in die Planung. So werde das Spiel aus fünf Levels mit insgesamt 15 Aufgaben bestehen: "Die Levels bauen aufeinander auf und sind nur zu meistern, wenn jede Person ihren Beitrag dazu leistet." Kraft und Geschick seien ebenso gefragt wie Denkvermögen, denn auch Rätsel gehören dazu. Schon während des Spiels soll der Klassenverband so gestärkt werden. Doch der Projekttag soll sich auch längerfristig auszahlen, wie Anja Kolditz erklärt: "Gemeinsame Erlebnisse bieten immer Gesprächsstoff. Sie sind quasi die Basis für die Kommunikation der Schüler."

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