Musical zur Passionszeit feiert am Karsamstag Premiere

Ein Venusberger schreibt ein Stück, inszeniert es und spielt die Hauptrolle - und rekrutiert nicht nur seine Mutter.

Venusberg.

Jesus wird in der Christuskirche in Venusberg ausgepeitscht, doch Rudi Mehner erscheint gerade diese Szene nicht realistisch genug. "Das machen wir gleich noch einmal, aber diesmal muss es echt wirken", fordert er die Darsteller Aaron Haase und Michael Beier auf, härter zuzuschlagen. Die Büttel von Pontius Pilatus, Präfekt des römischen Kaisers Tiberius, verfügen in dem Stück "überWunden" nicht über echte Peitschen, es sind nur Stricke, aber die Hemmschwelle sei groß, dem Freund weh zu tun, sagen Michael Beier und Aaron Haase.

Doch in diesem Fall nützt alle Zurückhaltung nichts, denn Rudi Mehner stellt in dem Stück nicht nur Jesus von Nazareth dar, sondern fungiert zudem als Regisseur, Komponist und Autor. "Ich habe die Idee zu diesem Musical schon einige Jahre lang in mir getragen, fertig gestellt wurde es im vergangenen Jahr", erzählt der 22-Jährige.

Die Proben begannen im Januar, nun ist es soweit: Am Karsamstag erlebt das Passionsmusical seine Uraufführung. Die evangelisch-methodistische Kirche Geyer wurde dafür ausgewählt, weil diese größer ist als das Venusberger Gotteshaus und eher die erwartete Anzahl an Besuchern aufnehmen kann. Die Darsteller, es treten ein 20-köpfiger Chor sowie 16 Solisten auf, werden wohl auch Bekannte und Verwandte zur Aufführung einladen, so die Überlegung, eine größere Örtlichkeit auszuwählen - zumal zu Ostern, dem Ende der Passionszeit. "Weil es die wichtigste Geschichte aus der Bibel für uns Christen ist und weil sie für uns Realität ist, habe ich die Leidensgeschichte Jesu für mein Musical ausgewählt", erzählt Rudi Mehner, der neben Akkordeon auch Klavier und Orgel spielt, aber keine Weiterbildung in den Fächern Komposition oder Stückeschreiben absolviert hat. "Das ist einfach die besondere Gabe, die in mir steckt. Für mich ist sie von Gott gegeben", sagt der Venusberger, der auch die Mitspieler rekrutiert hat.

Die sind zwischen 14 und 70 Jahre alt, kommen aus der eigenen Familie und dem ganzen Erzgebirge. Bruder Erwin stellt einen der zwölf Apostel dar, und die Mutter Jesu wird gespielt von Yvonne Mehner, der Mutter von Rudi Mehner. "Der Chef wünschte es so", sagt sie lachend - in einem Stück gespielt oder gesungen hatte sie zuvor noch nie.

Alle Requisiten, zu denen unter anderem das Kreuz und der Abendmahlstisch gehören, wurden von Mitgliedern der evangelisch-methodistischen Kirche Venusberg angefertigt. Die Kostüme nähten zwei Frauen aus der Gemeinde. "Es ist uns Laien eine Herzensangelegenheit, gerade dieses Stück aufzuführen", sagt Rudi Mehner, von Beruf Elektroniker für Gebäude- und Energietechnik.

Das Passionsmusical "überWunden" von Rudi Mehner wird am Karsamstag in der evangelisch-methodistischen Kirche Geyer aufgeführt. Beginn ist 20 Uhr.

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