Musiker will noch viel mehr Töne nach Zschopau locken

Thomas Franke-Gernhardt hält nicht nur bei der Liedernacht die Fäden in der Hand. Und er könnte sich noch einiges mehr an Musik rund um seine Heimatstadt vorstellen.

Zschopau.

Die Gewichtung hat sich im Laufe der Jahre verändert: Gab es beispielsweise noch vor der Wende zu wenige Livebands für die vielen Auftrittsmöglichkeiten wie die Gasthöfe auf den Dörfern und Säle in den Städten, reißen sich heutzutage die Künstler um Engagements. Das nimmt zuweilen bizarre Züge an, wie auch der Zschopauer Musiker Thomas Franke-Gernhardt erfahren hat. "Auf einschlägigen Portalen im Internet bieten sich die Künstler zum Nulltarif an, Hauptsache, sie können auftreten. Dabei werden oft nicht einmal die Spritkosten gedeckt", sagt der Zschopauer, der diese Entwicklung nicht gut findet. Er hat auch schon "Engagements" entdeckt, bei denen den Musikern nicht nur keine Gage in Aussicht gestellt wird, sie sollen doch bitteschön auch genügend Zuschauer mitbringen.

Auf der anderen Seite hat er somit keine Probleme, für seine Projekte genügend Künstler und Gruppen engagieren zu können, für die er, der selbst Musiker ist, "natürlich" eine Bezahlung vorsieht. "Für nichts spielt keiner bei den Events, bei denen ich an der Organisation beteiligt bin", bekräftigt der Zschopauer. Das trifft unter anderem auf die Zschopauer Liedernacht zu, die am heutigen Samstag in die mittlerweile siebte Auflage geht und für deren Organisation er wieder auf die Hilfe der Stadt bauen kann.


"Der Grüne Saal auf Schloss Wildeck wird uns zur Verfügung gestellt, das ist eine riesengroße Hilfe", sagt Thomas Franke-Gernhardt. Der trat unter anderem beim Zschopauer Frühlingsfest auf, dann gibt es noch die Fete de la Musique, das kleine Weinfest - überall hat der Zschopauer seine Hände im Spiel. "Das ist mein ehrenamtliches Engagement für meine Heimatstadt, in der ich mich wohl fühle", sagt der Ökonom, der als Lehrer arbeitet und als Musiker unterwegs ist. Er will auch Zschopauer Ecken musikalisch aus dem Dornröschenschlaf holen, die bisher seiner Meinung nach vernachlässigt wurden. "Zschopau ist doch mehr als das Schloss. Das ist auch am Engagement der Bewohner der DKW-Siedlung zu sehen. Auch ein Stadtteilfest im Bebel-Gebiet kann ich mir vorstellen, denn Straßenmusik kommt bei den Zschopauern gut an", sagt der 54-Jährige. Beim Projekt "Akustik leis" etwa, in dem er mit dem Schlagzeuger und Perkussionisten Alex Hentschel Bühnen- und Straßenmusik macht. Da tritt er beispielsweise beim Krämerbrückenfest in Erfurt auf, ohne feste Gage, sondern "für den Hut". "Aber das ist dort in Ordnung, weil es so üblich ist", sagt Thomas Franke-Gernhardt.

Die Zschopauer Liedernacht beginnt am heutigen Samstag, 19 Uhr, im Grünen Saal von Schloss Wildeck. Bei dem Benefizkonzert treten unter anderem mit Jonathan Leistner und Band, Miriam Spranger und Rochel vs. Dr. Pun auf.

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