Nach dem Start der Gelben Tonne gibt's gleich wieder Ärger

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Aus Deutschneudorf liegen Beschwerden vor, weil die Kübel mitunter nicht direkt an den Häusern abgeholt werden. Offensichtlich ist das nicht nur dort der Fall.

Deutschneudorf.

Seit Herbst vorigen Jahres wird in Deutschneudorf Verpackungsmüll in den Gelben Tonnen entsorgt. Was für die Einwohner eine Erleichterung sein sollte, ist inzwischen an manchen Standorten ins Gegenteil umgeschlagen. Während einige Anwohner beklagen, dass ihre Kübel ungeleert am Haus stehen bleiben, sollen andere ihre Gelben Tonnen zu den ehemaligen Sammelpunkten für die Gelben Säcke bringen. Die vom Dualen System beauftragte Firma Kreislaufwirtschaft Grübler begründet die Regelung mit der schwierigen Erreichbarkeit der Grundstücke.

Sie wohne in Oberlochmühle an einer Ringstraße und sei keineswegs schwer zu erreichen. Andere Entsorger seien auf der Strecke ohne Probleme unterwegs, um Papier sowie Restmüll abzuholen. Nur die Gelbe Tonne bleibe stehen. Esther Hietzker hat sich wiederholt an die Kreislaufwirtschaft Grübler mit der Bitte um Klärung gewandt. Statt einer Aussage, wie künftig mit der Gelben Tonne verfahren wird, habe sie eine rüde Zurückweisung erfahren. Andere Deutschneudorfer seien dazu angehalten, ihre Kübel zu den einstigen Sammelpunkten für die Gelben Säcke zu bringen und sie nach der Leerung abzuholen, berichtet Deutschneudorfs Bürgermeisterin Claudia Kluge (FDP). Mehrere Betroffene hätten sich an die Gemeinde gewandt. "Gerade für Ältere ist diese Regelung eine Zumutung", sagt sie. Zum Teil müsse mit den schweren Tonnen "eine kleine Reise durch den Ort" gemacht werden.

Auch der Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen (Zas) ist inzwischen in die Angelegenheit involviert. Er steht mit der Gemeinde in Kontakt. Birgit Baumann, sie leitet den Bereich operative Abfallwirtschaft, spricht von insgesamt 36 Beschwerden. Zwar hat der Verband keine direkte Handhabe, da er nicht der Auftraggeber ist. Der Zas habe jedoch die Kreislaufwirtschaft Grübler um Klärung gebeten, sagt Birgit Baumann. Auch aus anderen Kommunen gebe es Beschwerden oder Rückfragen. Als Beispiele nennt sie Drebach (90 Betroffene) sowie Pockau-Lengefeld (20 Betroffene).

"Freie Presse" fragte bei der Kreislaufwirtschaft Grübler nach. Geschäftsführerin Sylvia Bauknecht erklärt: Das Unternehmen müsse verkehrs- und arbeitsschutzrechtliche Forderungen etwa der Berufsgenossenschaft einhalten. So dürften beispielsweise Privatstraßen nicht befahren werden. Generell sei eine bestimmte Mindeststraßenbreite vorgesehen. Rückwärtsfahren bei fehlenden Wendehämmern gelte es zu vermeiden, zählt sie einen weiteren Grund auf. So lasse sich erklären, warum die Firma einige Haushalte zur Abholung der Gelben Tonnen nicht anfahren könne beziehungsweise auf Sammelstellen setze. In Hinblick auf die Beschwerden suche das Unternehmen nach Lösungen. So sei in einigen Fällen zu den Gelben Säcken zurückgekehrt worden.

Doch was ist mit dem Abfall von Esther Hietzker? Der Zas sei in Oberlochmühle mit kleineren Fahrzeugen unterwegs. So könnten Papier sowie Restmüll direkt am Haus abgeholt werden, bestätigt Birgit Baumann. Wäre dies auch bei der Gelben Tonne möglich? Die Kreislaufwirtschaft Grübler äußert sich zu dem Fall nicht näher. Dafür sei die Tonne am Haus vor wenigen Tagen geleert worden, sagt Esther Hietzker.

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