Neukirchnerin rettet Schildkröten auf den Malediven

Cindy Riedel hat in einer Auffangstation für verletzte Tiere auf einer Insel gearbeitet. Nun denkt die 43-Jährige über eine Rückkehr nach.

Neukirchen.

Vor zwei Jahren verbrachten Cindy Riedel und ihr Mann ihren Jahresurlaub auf der zu den Malediven gehörenden Insel Coco Palm Dhuni Kolhu. "Dabei wurde ich auf eine Schildkrötenauffangstation aufmerksam, die erst wenige Monate zuvor eröffnet wurde", erzählt die 43-Jährige.

Nachdem sie sich die Einrichtung angeschaut und mit der Tierärztin gesprochen hatte, wollte sie noch mehr über das Projekt erfahren. "Als ich wieder in Deutschland war, besuchte ich deren Internetseite und erfuhr, dass die Einrichtung auch Volontariate anbietet", sagt die Neukirchnerin. Es handelt sich dabei um die einzige Auffangstation für Schildkröten auf den Malediven mit einer Tierärztin und einem Operationssaal. Das Projekt finanziert sich sowohl über Spenden als auch über Beiträge der Volontäre.


Nach rund drei Monaten fasste sie den Entschluss, sich für ein Volontariat zu bewerben. Vorkenntnisse brauchte sie nicht. Die einzigen Voraussetzungen waren, volljährig zu sein und schwimmen zu können. "Ich habe mich auch beworben, um mich den zahlreichen Herausforderungen, wie der Sprachbarriere und der Arbeit mit den Schildkröten, zu stellen", sagt Cindy Riedel. Im April war es dann schließlich so weit.

Während der vier Wochen, in denen sie von ihrem Arbeitgeber in Deutschland freigestellt wurde, durfte sie zahlreiche Aufgaben übernehmen. Sie reichten vom Füttern der Schildkröten, über das Reinigen der Becken bis hin zum Schrubben der Tiere und Mitarbeit im OP-Saal. Zudem kümmerte sie sich um das Sichern von Schildkrötennestern vor Zerstörung und unbefugtem Zugriff. Ebenso erklärte sie Touristen die Arbeit in der Auffangstation. Einmal pro Woche wurde jede Schildkröte, von denen einige bis zu 35 Kilogramm schwer waren, gewogen. Jeweils am Dienstagabend gab es zudem eine Präsentation rund um die Schildkröte für interessierte Gäste, bei der auch die Volontäre mitwirkten. Ein Großteil der Schildkröten, die in der Auffangstation landen, haben sich in Fischernetzen verfangen und dabei verletzt. Sobald sie gesund sind, werden sie wieder ausgewildert. Cindy Riedel durfte an zwei Freilassungen teilnehmen.

In der gesamten Zeit hat sie ohne freien Tag unentgeltlich gearbeitet. Sämtliche Kosten für die Reise, Verpflegung und Unterkunft musste sie selbst tragen. An verschiedenen Aktivitäten, wie etwa Ausflügen, können Volontäre jedoch kostenfrei teilnehmen. "Die vier Wochen haben mir wahnsinnig viel an Erfahrung gebracht. Meine Arbeit wurde geschätzt und ich habe sehr viel über Schildkröten gelernt", resümiert die medizinisch-technische Assistentin. Positiv in Erinnerung geblieben sei ihr auch das Kennenlernen verschiedener Kulturen und Nationalitäten. Neben Einheimischen traf sie Menschen aus Indien, Sri Lanka, Bangladesch, Nepal und Indonesien. "Immer wieder beeindruckend war deren Hilfsbereitschaft, Offenheit, Freundlichkeit und Herzlichkeit", so Riedel. Ihr großer Wunsch ist, das Volontariat im nächsten Jahr zu wiederholen.

Die Malediven bestehen aus etwa 2000 Inseln, wovon etwa 220 bewohnt sind. Die Insel Coco Palm Dhuni Kolhu liegt im Baa-Atoll, per Wasserflugzeug 45 Minuten nordwestlich der Hauptstadt Male.

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