Nicht nur erzählen - aufschreiben ist seine Devise

Ein Zschopauer hat seine Erinnerungen zu Papier gebracht. In seinem zweiten Band geht es unter anderem um einen FCKW- und FKW-freien Kühlschrank, Laubenpieper und Leben in der DDR.

Zschopau.

Siegfried Schlottig hat es wieder getan: Der Zschopauer setzte sich an den Computer und schrieb ein Buch. "Vater schreib's auf, Teil 2" steht auf dem Einband. "Bei Familienfeiern kommt man zwangsläufig ins Erzählen. Und ich kann viel erzählen, weil ich viel erlebt habe. Und irgendwann kam mein älterer Sohn auf die Idee, dass ich das, was ich erzähle, auch aufschreiben könne", erinnert sich der Zschopauer daran, wie das erste Buch entstand.

Er sprang nicht gleich darauf an, aber irgendwann war es dann soweit. Das Buch erschien im Eigenverlag und wurde von den Lesern positiv aufgenommen. Und die Fragen häuften sich, wann denn nun der zweite Band komme. Da ist er nun, wieder erschienen im Selbstverlag.

Siegfried Schlottig gab auch schon einige Lesungen. Die Fotos auf dem Einband geben einen Hinweis, womit es die Leser zu tun bekommen. Auf der Vorderseite prangt das DKK-Werk in Scharfenstein, auf der Rückseite ist das DKK-/Foron-Werk in Niederschmiedeberg abgebildet. "Das hat einen einfachen Grund, denn ich habe für DKK gearbeitet", sagt der 75-Jährige, der aus einer spannenden Zeit von seiner Arbeit berichten kann. Es war die Zeit der Pleite von Foron und die Zeit des ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschranks, entwickelt und gebaut bei Foron in Scharfenstein und Niederschmiedeberg. Schlottig erzählt die Geschichte' wie ein kleiner Hersteller aus dem Erzgebirge gemeinsam mit Greenpeace den ökologischen Kühlschrank entwickelte und vertreiben wollte.

Da war der Entwicklungsingenieur längst auf einem anderen Posten. "Ich war für die Pressearbeit zuständig, das hieß, ich erstellte unter anderem Pressemappen und bereitete Pressekonferenzen vor. Mit dem Fotografen vom Manager Magazin haben wir einen Kühlschrank auf den Pöhlberg gestellt, weil dort ausreichend Schnee für das Foto vorhanden war", spricht Siegfried Schlottig über diese Zeit, als sei es gestern gewesen. Bei den Pressekonferenzen habe er gemerkt, dass bis zu 80 Prozent der Journalisten aufseiten des kleinen Herstellers aus dem Erzgebirge waren, der es mit den Großen der Branche aufnahm. "Die waren auf unserer Seite, weil es der Kampf David gegen Goliath war, und dem Kleinen fliegen die Sympathien leichter zu", sagt der Zschopauer und schmunzelt.

In den Zeilen vor der Foron-Geschichte lässt Siegfried Schlottig die Leser teilhaben am realen Leben in der DDR, am Leben als Laubenpieper, als Autobesitzer und natürlich auch als Urlauber in der Hohen Tatra oder in Zechlin.

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