Osterzgebirge schielt nach Mountainbikern

Hotelchefin Iris Gläser aus Holzhau will mit dem Projekt vor allem junge Urlauber ansprechen. Der Tourismusverband Erz- gebirge ist zur Hilfe bereit - stellt aber Bedingungen.

Holzhau.

Ihr Hotel ist die Schaltzentrale. Die Holzhauer "Talblick"-Chefin Iris Gläser telefoniert seit Monaten, organisiert Treffen mit Rathauschefs, Touristikern und Geschäftsleuten. Gemeinsam mit Partnern ist sie dabei, im Osterzgebirge ein Mountainbike-Erlebnis auf die Beine zu stellen - von Seiffen über Rechenberg-Bienenmühle und Sayda bis Altenberg - ähnlich dem 162Kilometer langen Stoneman bei Oberwiesenthal.

"Der Stoneman ist ein Zugpferd für das Westerzgebirge", sagt Gläser. "So ein Zugpferd wollen wir auch fürs Osterzgebirge." Langfristig könne man viele Strecken miteinander verknüpfen. Gläsers Ziel: Mehr junge Urlauber in der Region. "Unsere Stammgäste werden immer weniger", sagt die Hotelfrau. Auch hatten die letzten milden Winter der Branche arg zugesetzt. Mit Skiliftbetreiber Alexander Richter und weiteren Akteuren hat Gläser jetzt ein Grobkonzept für die 266 Kilometer lange Strecke mit dem Titel "8000er-Blockline" vorgestellt - in Anlehnung "an die 14 Achttausender im Osterzgebirge und das Walderlebniszentrum Blockhausen". (Mit 8000er sind Berge über 8000 Dezimeter, als 800 Meter Höhe gemeint.) Die Mountainbike-Tour startet in Holzhau.

Bis die ersten Freizeit- und Profisportler die Mountainbike-Strecke erkunden, braucht es noch Zeit - mindestens bis Ende 2018/Anfang 2019. Noch müssten viele Grundstücksangelegenheiten mit Privaten, vor allem aber mit dem Sachsenforst geklärt werden. Das Projekt komme nur zum Laufen, wenn es Fürsprecher gebe, betont Gläser. Also holte sie Manfred Böhme, Direktor des Landestourismusverbandes, und Frank Ortmann, Chef des Referats Tourismus, Regionalinitiativen und Standortentwicklung im Wirtschaftsministerium, mit ins Boot.

Viel Wert legt die Geschäftsfrau auf das enge Miteinander mit dem Tourismusverband Erzgebirge. "Wir haben weder das Know-how noch die Zeit, um das Projekt mit der nötigen Anschubfinanzierung zu versorgen und die Vermarktung abzusichern", sagt Gläser. Nach mehreren Anläufen konnte sie den Tourismusverband als Projektträger gewinnen. Das bestätigte Verbands-Geschäftsführerin Veronika Hiebl. "Alle sind positiv gegenüber dem Projekt eingestellt", sagt die Fachfrau. Vom Mountainbike-Angebot verspricht sie sich nicht nur für das Osterzgebirge eine Imageverbesserung und mehr Gäste. Sie glaubt, dass das gesamte Erzgebirge davon profitiert, auch alle an der Strecke liegenden Übernachtungsbetriebe und Freizeiteinrichtungen. So hat das Mountainbike-Tourismusforum ermittelt, dass 9,6 Millionen Deutsche großes Interesse an einem Mountainbike-Urlaub haben. Und 72 Prozent der Mountainbike-Gäste bevorzugen eine feste Unterkunft, von der aus Touren unternommen werden können. Die übrigen 28 Prozent indes mögen mehrere Etappenziele mit unterschiedlichen Unterkünften.

In dem Zusammenhang verdeutlicht Hiebl, dass normalerweise die Betreuung eines Projektes zum Aufbau einer touristischen Radinfrastruktur nicht zu den Aufgaben des Verbandes gehört. "Wir sind eine Marketingorganisation", erklärt sie. Wenn aber ein Projekt für das gesamte Erzgebirge bedeutend werde, gebe es Ausnahmen. Laut Hiebl soll bis September der erste Förderantrag eingereicht werden.

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