Protestschreiben: Bündnis setzt sich für Voith-Standort in Zschopau ein

Zschopau ist nicht nur ein Produktions-, sondern auch ein Innovationsstandort. Die Unterzeichner des Protestschreibens verweisen auf die TU Chemnitz.

Zschopau.

Ein Bündnis aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik hat sich in einer gemeinsamen Erklärung für den Erhalt des Voith-Standortes in Zschopau ausgesprochen. Die Unterzeichner betonen die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Chemnitz bei der Entwicklung neuer Produkte und die hohe Motivation der Mitarbeiter. Der Voith-Standort habe den ersten zweistufigen Luftkompressor für Nutzfahrzeuge aus Aluminium entwickelt und diesen in Serie gebracht, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. Derzeit arbeiteten die Zschopauer Ingenieure daran, die Wasserstoff-Technologie für die Mobilität durch eine verbesserte Luftverdichtung umfangreicher nutzbar zu machen. Dabei werde auf neueste Forschungsergebnisse der Universitäten gesetzt.

Zu den Unterzeichnern gehören neben den Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann und Alexander Krauß (CDU) ebenso Landtagsmitglied Jörg Markert, Landrat Frank Vogel (beide CDU) und Zschopaus Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos). Das Protestschreiben gegen die Werksschließung tragen zudem Ralf Hron, Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes, und Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, mit.

"Ich hoffe, dass wir bei der Firmenleitung ein Umdenken erreichen", sagt Alexander Krauß. Der Erhalt des Standortes sei nicht nur im Interesse der Region, sondern auch im Interesse der Firma. Krauß: "Ohne Zschopau müsste Voith auf Innovationen und hervorragend qualifizierte Mitarbeiter verzichten."

Der Voith-Technologiekonzern hatte im Oktober angekündigt, in diesem Jahr drei Standorte zu schließen - darunter den 85 Mitarbeiter zählenden Betriebsteil im MZ-Altwerk. Künftig soll es größere, leistungsstärkere Standorte geben, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, begründete die Unternehmensspitze. Für die Mitarbeiter kam diese Nachricht völlig überraschend. Der Konzern stecke in keiner Krise, es stehe auch kein Abschwung bevor. Jüngst gewonnene Megaaufträge in allen Sparten sowie der Kauf des Schweizer Unternehmens BTG ließen auf ein stabiles Wachstum schließen, erklärte der Gesamtbetriebsrat und kündigte weitere Aktionen an. Ende November protestierten 130 Beschäftigte, Vertreter von Gewerkschaften und Politiker vor dem Zschopauer Werk. Zwei Wochen darauf startete der Betriebsrat eine Onlinepetition für den Erhalt des Standortes. Bis zum gestrigen Donnerstag wurden 590 Unterstützer registriert.

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