Puppenspieler begeistert 20 Kinder im Kellertheater

Wolfgang Lasch hat am Sonntag in Gelenau ganz klassisch die Puppen tanzen lassen. Von Halloween hält er nicht viel.

GELENAU.

Schneckenmaxe hat es nicht leicht. Als Knecht muss er im Dienste der Hexe Hutzeputz den ganzen Tag arbeiten und wird dazu noch zu üblen Machenschaften angestiftet. Ahnungslosen Gästen soll er vergiftete Beeren anbieten und sie betäubt in den Keller sperren. Der naive Michel ist ein Opfer, und fast wäre es auch Kasper geworden. Doch der schlaue Junge hat die Lage erkannt, befreit den Freund und sperrt dafür die Hexe in das finstere Loch. Am Ende teilen die beiden Helden den Goldschatz der Hexe mit armen Menschen.

Mit "Laschis Kaspertheater" gab es am Sonntagvormittag im Gelenauer Kellertheater klassisches Puppentheater. Wolfgang Lasch aus Potsdam war ins Erzgebirge gekommen, um den 20 Mädchen und Jungen und ihren Eltern eine unvergessliche Theaterstunde zu bereiten. In Gelenau ist der 66-Jährige kein Unbekannter, stand bei den Theatertagen als Puppenspieler unter der Bühne, als Marionettenkünstler darüber und im Mensch-Puppe-Dialog mit "Herrn Arnold Bösewetter" für Erwachsene oft auch auf der Bühne. In Mittweida geboren, hat er von seinem Großvater das Kostüm von Clown Lucci übernommen und arbeitet seit über 30 Jahren als freiberuflicher Künstler in der Unterhaltungsbranche. Das klassische Rollenspiel für die Jüngsten sei ihm besonders ans Herz gewachsen. "Kinder brauchen eine abgegrenzte Rahmenhandlung, die ein neugieriger Anfang einleitet, eine spannende Geschichte fortführt und die mit einem für die jungen Zuschauer nachvollziehbar guten Ende schließt", weiß er aus Erfahrung. "Alles andere überfordert Kinder in diesem Alter", nimmt er Bezug auf Halloween, wo inzwischen ein ganzes Gruselkabinett auf sie einstürme. Die Grusel-Clown-Attacken würden seinem Berufsstand schaden und Kindern eine uralte Artistenfigur vermiesen, deren Kunst es doch sei, Menschen zum Lachen zu bringen.

Gelacht haben die jungen Zuschauer im Kellertheater reichlich, den Kasper erklärten sie zu ihrem Freund. Für die siebenjährige Tina aus Niederwiesa sei er ein Held. Auch die ein Jahr älteren Gelenauer Zwillinge Ludwig und Christoph fanden das Stück spannend und hätten gern noch länger zugeschaut.

Für ein paar Kinder mehr wäre im Kellertheater auch noch Platz gewesen. "Leider laufen die Kindervorstellungen bei uns schlecht", beklagen Helga und Frank Hübler. Dabei gehe es den Inhabern des Theaters nicht allein um den wirtschaftlichen Aspekt. Den sichern andere Vorstellungen, die oft ein halbes Jahr im Voraus ausverkauft sind. "Doch für viele Kinder ist die Puppenbühne der erste Kontakt mit dem Theater, den ihnen ihre Eltern verwehren", gibt Frank Hübler zu bedenken und will auch weiterhin Kindervorstellungen anbieten. "Wir sehen darin einen pädagogischen Auftrag."

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