Szenen mit Käthe-Kruse-Puppen im Großformat

Auch in der Spielzeug- Abteilung des Gelenauer Sammlungsdepots gibt es immer wieder Neues zu sehen. Erstmals werden Stücke aus der Werkstatt der berühmten Puppenmacherin gezeigt.

Gelenau.

Mit bisher mehr als 3000 Besuchern an den ersten drei Wochenenden ist die diesjährige Osterschau des Gelenauer Depots der Volkskunstsammlerin Erika Pohl-Ströher erneut ein Anziehungspunkt. Von Freitag bis Sonntag erwartet Depotleiter Michael Schuster einen ähnlichen Andrang in der Ausstellung.

Wie an jedem Wochenende lassen sich wieder rund ein Dutzend Handwerker und Künstler beim Arbeiten über die Schulter schauen. Zu entdecken gibt es neben den Kreationen rund ums Osterei und österlichen Exponaten auch viel Neues in der Spielzeugabteilung.

Erstmals wurden vier Szenen mit bis zu einem Meter großen Schaufensterpuppen aus der Werkstatt der Puppenmacherin Käthe Kruse gezeigt. Sie wurden in der Zeit von 1928 bis 1958 hergestellt, hat Depotleiter Michael Schuster in Erfahrung gebracht: "Ausgangspunkt war ein Wunsch des Münchner Kaufhauses Oberpollinger nach Dekorationspuppen in Kindergröße. Für die ersten Puppen stand eine Porträtbüste von Kruses Sohn Friedebald Pate. Erschaffen hatte diese ihr Schwiegersohn Igor von Jakimow. Alle weiteren, mehr als 100 Köpfe hat Kruses zweitälteste Tochter Sofie geformt. Sie war es auch, die mithilfe eines Klempners für die Schaufensterpuppen ein bewegliches Skelett entwickelte. Perücken und Köpfe sind austauschbar."

Die 14 nun in Gelenau ausgestellten Puppen sind alle Ende der 1930er-Jahre gefertigt worden. Sie sind Bestandteil der umfangreichen Puppensammlung von Erika Pohl-Ströher. "An diesen hat das Herz der Sammlerin besonders gehangen. Sie hatte einen Teil davon sogar in ihrem Wohnhaus ausgestellt", erinnert sich Michael Schuster, der mehrfach bei Erika Pohl-Ströher in der Schweiz zu Besuch war. Insgesamt verfügt das Depot über rund 1000 Puppen der Künstlerin.

Die Osterschau des Pohl-Ströher-Depots in Gelenau, Emil-Werner-Weg 96, hat mit dem Café im Spielzeugdorf bis 28. April jeweils Freitag, Samstag und Sonntag sowie Ostermontag geöffnet. Besichtigungszeit ist jeweils von 10 bis 18 Uhr. An jedem Wochenende lassen sich rund ein Dutzend Handwerker und Künstler über die Schulter schauen.


Handwerker in der Schau

An diesem Wochenende lassen sich folgende Handwerker und Sammler im Gelenauer Depot Pohl-Ströher über die Schulter schauen:

Porzellanmalerin Marion Krebs aus Grüna zeigt bemalte Eier in allen Größen, Ulrike Samusch aus Chemnitz Ostereier aus Holz, die "Eier-Familie" Lißke aus Limbach-Oberfrohna perforierte Eier, Christine Maschler aus Pirna sorbische Ostereier, Uta-Cornelia Götze aus Annaberg-Buchholz Grafiken auf Stein, Kurt Wolf aus Chemnitz Zinnfiguren, Monika Strohbach aus Gelenau demonstriert das Tamburieren, Bärbel Seifert aus Seiffen österliche Holzspankreationen, Bärendoktorin Karin Näser aus Burkhardtsdorf stellt eigene Bären vor, Annerose Grimm Puppenstubenzubehör.

Buchhändler Ulrich Osberghaus aus Annaberg offeriert eine Auswahl von Bestsellern.

Nur am Sonntag hält die Venusberger Puppendoktorin Myriam Richter Sprechstunde in ihrer Klinik. (mb)

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