Verkauf soll nicht nur Geld bringen

Drebachs Gemeinderat hat den Verkauf weiterer Wohnhäuser beschlossen. Neben der Kommune sei so auch den Bewohnern geholfen, heißt es.

Scharfenstein.

Unumwunden gab Jens Haustein zu: "So ein toller Hauseigentümer war die Gemeinde nicht." Der Drebacher Bürgermei-ster untermauerte damit den Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, sich von kommunalem Wohneigentum zu trennen. Da kaum Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen, sei den Bewohnern - sofern die Gebäude nicht leer stehen - mit einem Verkauf oftmals sogar geholfen. Dies soll auch im aktuellen Fall so sein, bei dem es um zwei Häuser an der Scharfensteiner Hofgasse geht. Deren Verkauf an private Eigentümer wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung beschlossen, Notartermine sollen in Kürze folgen.

Die Sorgen eines betroffenen Anwohners versuchte Haustein zu entkräften. Steigende Mieten seien zumindest in den kommenden vier Jahren nicht zu befürchten, da es "in den Kaufverträgen entsprechende Anker" gebe - vom Bürgermeister auch als "Airbag für die Mieter" bezeichnet. Haustein betonte zudem, dass die Käufer prinzipiell im Sinne der Mieter handeln dürften. "Ihr Ziel ist es ja, bereits darin wohnende Menschen dort zu halten", so seine Begründung. Erfahrungen der Gemeinde hätten zudem gezeigt, dass nach Verkäufen oft Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität in den Objekten erfolgten.


Dass ein Eigentümerwechsel im ersten Moment dennoch eine gewisse Skepsis wecken kann, machten die Aussagen des betroffenen Bürgers deutlich. Dieser wies darauf hin, dass er trotz mehrerer Mängel bisher auf die Gemeinde als verlässlichen Ansprechpartner setzen konnte. Im Falle eines Investors würde sich dies womöglich ändern. Dementsprechend froh war der Scharfensteiner, dass er zumindest einen der Kaufinteressenten während der Sitzung kennenlernen durfte. Dabei handelte es sich um einen jungen Mann aus Berlin, der aus Leipzig stammt und einen Teil seiner Kindheit bei den Großeltern im Erzgebirge verbrachte. Auf der Suche nach einem altertümlichen Objekt, in dem er sich eigene Aufenthalte, aber auch ein Atelier oder eine Werkstatt vorstellen kann, wurde er auf der Hofgasse 28 fündig. Für 24.000 Euro will er das leer stehende Fachwerkhaus kaufen und darin investieren. Das daneben liegende Haus inklusive Torbogen soll für 117.000 Euro an einen Chemnitzer gehen, der schon ähnliche Immobilien besitze. Nach einer kurzen nichtöffentlichen Beratung gab der Rat auch in diesem Fall bei vier Gegenstimmen sein Einverständnis..

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