Weißbacher Turnhalle ist Kronjuwel der Gemeinde

Mit etwas Verspätung hat die Gemeinde Amtsberg ihre Eröffnungsbilanz vorgestellt. Allerdings war das nur der erste Schritt, Eile ist weiterhin geboten.

Amtsberg.

Mit einem Liedtitel von Helga Hahnemann hat Amtsbergs Bürgermeister eine lange herbeigesehnte Präsentation eingeleitet. "Wo ist mein Geld nur geblieben", hatte die Berlinerin einst gesungen. "Durch die Eröffnungsbilanz wissen wir es", sagte Sylvio Krause und war froh, diese endlich vorstellen zu können. Schließlich liege seine Gemeinde im hinteren Drittel, was das Erfüllen dieser Auflage betrifft.

Erst fünf Jahre nach der offiziellen Umstellung auf die Doppelte Buchführung in Kommunen (Doppik) wurde dieser erste Schritt vollzogen, der mit der Aufschlüsselung des Grundkapitals die Basis für alle folgenden Jahresabschlüsse darstellt. Präsentiert wurde die Eröffnungsbilanz von Tilo Müller. Dass der Kämmerer erst Mitte 2016 seine Arbeit in Amtsberg aufnahm, war ein Anlass für die Verzögerung. Seine Vorgängerin hatte zwar schon an dem Werk gefeilt, war dann aber aus gesundheitlichen Gründen mehr als ein Jahr ausgefallen. Als Müller übernahm, gab es viel zu erledigen. Der Eröffnungsbilanz konnte er sich da nur nebenbei widmen. Dabei bringt die Erstellung des Anlagevermögens viel Arbeit mit sich. Vermögensgegenstände wie Fahrzeuge, Grundstücke, oder Häuser - alles musste samt Wert aufgelistet werden. "Das Problem war, dass für einen Großteil keine Rechnungen mehr da waren", berichtet Müller. Also mussten mitunter Gutachter zurate gezogen werden.

Auf der Aktivseite wurde letztlich ein Anlagevermögen von reichlich 20 Millionen Euro festgestellt. Größter Posten war dabei das Infrastrukturvermögen, das in erster Linie Grund und Boden sowie die darauf befindlichen Bauten wie Kanalisation und Straßen umfasst. Auch öffentliche Einrichtungen gehören dazu. "Als wertvollstes Einzelobjekt wird die Turnhalle Weißbach mit knapp 853.000 Euro aufgeführt", nennt Müller ein Beispiel. Die Kunstgegenstände wiederum stellten den kleinsten Posten dar. Weil Amtsberg über keinerlei Museen verfügt, wurde hier ein Wert von lediglich zwei Euro angegeben. Diese beziehen sich auf einen in die Jahre gekommenen Flügel im Musikzimmer der Schule. Die Maschinen und Fahrzeuge der Gemeinde ergeben in der Summe einen Wert von knapp 57.000 Euro. Auch die wirken vergleichsweise gering gegenüber den drei Millionen Euro Finanzanlagevermögen, die sich aus den Beteiligungen der Gemeinde Amtsberg ergeben.

Die Aktiva, zu denen auch das Umlaufvermögen von rund 480.000 Euro gehört, decken sich im Amtsberger Fall genau mit den 20,5 Millionen Euro auf der Passivseite. "Die Passiva zeigen die Kapitalherkunft, Verbindlichkeiten und Rückstellungen", erklärt der Kämmerer, auf den weiterhin viel Arbeit wartet. "Das war erst der Beginn", betont der 44-Jährige. Schließlich sollen nach der Eröffnungsbilanz nun die Jahresabschlüsse 2013 und 2014 folgen. "Sie müssen da sein, um den Haushaltsplan 2019 beschließen zu können", erklärt Müller, der sich im Terminplan ein klares Ziel gesetzt hat. Bis Ende November sollen die beiden Abschlussbilanzen vorliegen, um den nächsten Schritt in die Zukunft angehen zu können.

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