Welterbe: Projekte kommen nur langsam voran

Olbernhau investiert 2020/21 gut eine Million in das Saigerhüttengelände

Olbernhau.

Rund ein halbes Jahr ist seit der Zuerkennung des Unesco-Welterbetitel an die Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí vergangen. Anlass für eine Zwischenbilanz, befand der Olbernhauer Tivoli-Verein und lud unter dem Thema "Welterbe - Wie weiter?" zur 95. Auflage des Stadtgesprächs.

Rund 60 Besucher hatten sich am Dienstag im kleinen Saal des Theaters Variabel eingefunden. Rede und Antwort standen an diesem Abend der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, Matthias Lißke, der Olbernhauer Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (FDP) und Hauptamtsleiter Benjamin Flor.

Der Tenor: Zahlreiche Projekte seien vorgesehen, darunter vier Welterbe-Zentren in Schneeberg, Annaberg, Marienberg und Freiberg sowie Welterbe-Infopunkte in den beteiligten Kommunen, so Matthias Lißke. Schulprojekte und Lehrerfortbildungen sollen bei der Vermittlung des Welterbe-Gedankens helfen. Allerdings habe die Planung der meisten Projekte gerade erst begonnen, in fast allen Fällen hänge die Verwirklichung vom zugesagten Geld des Freistaates ab. Die "finanzielle Grundversorgung" des Welterbevereins sei bisher unzureichend.

Allein Olbernhau beziffert laut Bürgermeister Haustein den Gesamtbedarf für die Umsetzung der eigenen Welterbeprojekte auf rund zwölf Millionen Euro. Rund 550.000 Euro hat die Stadt im aktuellen Haushalt für diesen Bereich eingestellt; für das kommende Jahr sei noch einmal eine solche Summe vorgesehen, so Haustein. Ein Großteil dieses Geldes werde zunächst für Planungsleistungen verwendet.

Für die Ausstellung in der Saiger-hütte sei eine Neugliederung nach Epochen vorgesehen, so Hauptamtsleiter Flor. Dazu könne die Hüttenschule mit in die Ausstellung einbezogen werden. Beim Konzept werde auf digitale Angebote und mehrsprachige Vermittlungsformen gesetzt. Ein Teil der Ausschilderung im Gelände beinhalte schon jetzt sogenannte QR-Codes, über die entsprechende Angebote abrufbar sind. Eine Öffnung des Kupferhammers auch während der Monate Januar und Februar könne probeweise erfolgen. Für eine dauerhafte Öffnung auch im ersten Quartal müsste aber in zusätzliches Personal investiert werden, sagte Flor. (jwen)


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