Winterdienst in Gefahr: Borstendorf wird dichtgemacht

Die Ortsdurchfahrt ist in einem dermaßen schlechten Zustand, dass sie noch im Herbst ausgebessert werden muss. Das führt zu erheblichen Verkehrseinschränkungen.

Borstendorf.

Erst Geschwindigkeitsbegrenzung nur für Lkw. Dann Tempo 30 auch für Autos. Nun ist ganz Schluss. Die Staatsstraße 235 in Borstendorf befindet sich in einem dermaßen schlechten Zustand, dass die Notbremse gezogen werden muss. Die Ortsdurchfahrt wird vom 14. bis 25. Oktober und damit in den Herbstferien dichtgemacht.

Obwohl die S 235 die offizielle Umleitungsstrecke für die gesperrte Ortsdurchfahrt in Leubsdorf (S 236) ist, soll sie für dringend erforderliche Arbeiten für zwei Wochen voll gesperrt werden. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bezeichnet die Maßnahme als "Umleitungsertüchtigung". Dies sei für das Aufrechterhalten des Verkehrs auf der S 235 in Borstendorf vor Winterbeginn zwingend erforderlich und könne nicht aufgeschoben werden, teilte die Zentrale Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit des Landesamtes auf Anfrage der "Freien Presse" mit.

Wie Grünhainichens Bürgermeister Robert Arnold (parteilos) zur jüngsten Gemeinderatssitzung informierte, habe die Straßenmeisterei Gornau angedroht, die Ortsdurchfahrt im Winter dicht zu machen. Der Straßenbetriebsdienst des Landratsamtes befürchte, so Arnold weiter, die Befahrbarkeit nicht mehr gewährleisten sowie den Winterdienst auf der S 235 in Borstendorf aufgrund des schlechten Fahrbahnzustandes nicht vornehmen zu können.

Nun sollen in der Zeit vom 14. bis 25. Oktober auf dem schlimmsten Stück der Ortsdurchfahrt - ein etwa ein Kilometer langer Abschnitt zwischen August-Bebel-Straße 30 und 80 - zunächst Fräs- und Anpassungsarbeiten an Schachtdeckeln und Schieberkappen vorgenommen werden. Bis zum Ende der Herbstferien sollen die Fräsbereiche zudem neu asphaltiert werden. "Zeitgleich zur Deckensanierung der Fahrbahn ist geplant, dass ein Team der Straßenmeisterei auf anderen Abschnitten Schlaglöcher flickt", so Bürgermeister Arnold.

"Grundsätzlich sind wir natürlich froh über die Baumaßnahme", sagt das Gemeindeoberhaupt. "Allerdings führt sie in diesem Zeitraum auch zu erheblichen Verkehrseinschränkungen." Da laut Lasuv keine innerörtlichen Umfahrungen vorgesehen sind, muss die Umleitung großräumig erfolgen: über Eppendorf, Großwaltersdorf, Mittelsaida, die Bundesstraße 101, Pockau-Lengefeld, Wünschendorf, Börnichen, Waldkirchen und Grünhainichen (und in Gegenrichtung). Das ergibt eine Umleitungsstrecke von insgesamt rund 45 Kilometern. Vom Borstendorfer Oberdorf ins Unterdorf benötigen Autofahrer statt zwei Minuten so fast eine Stunde.

Verkehrsteilnehmer aus Mittelsachsen, die die gesperrte Ortsdurchfahrt in Leubsdorf auf der offiziellen Umleitung umfahren wollen, müssen ebenfalls die XXL-Schleife durch den Nachbarkreis nehmen. Wie das Lasuv weiter mitteilte, seien für die Straßenbaumaßnahme in Borstendorf durch den Freistaat Sachsen kurzfristig Mittel bereit gestellt worden.

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