Zschopau vollzieht nächsten Schritt für Zukunftsprojekt

Seit Jahren steht der Bau eines Bürgersaals zur Debatte. Jetzt war der Stadtrat mit der Vergabe der Planung des Vier-Millionen-Projektes gefordert.

Zschopau.

Für das Zukunftsprojekt "Bürgersaal" hat Zschopaus Stadtrat den nächsten Schritt gemacht und die Planungsleistungen für den Bau des Gebäudes auf dem Gelände des früheren Filmecks vergeben. Die Entwurfsplanung ist Voraussetzung für eine Förderung des Vorhabens, für vier Millionen Euro einen Bürgersaal mit 400 Plätzen zu bauen. Aus Mitteln des Bund-Länder-Programms "Städtebaulicher Denkmalschutz" ist eine Finanzhilfe von bis zu 80 Prozent der Kosten möglich - einschließlich der Ausgaben für die Planung.

Der Beschluss, die Planungsleistung an das Chemnitzer Architekturbüro Weiße Architekten, den einzigen Bewerber, zu vergeben, war allerdings keine leichte Geburt. Stadtrat Peter Uhlig (CDU) hatte zu Beginn der Sitzung am Mittwochabend sogar den Antrag gestellt, die Vergabe von der Tagesordnung zu streichen und zu verschieben, "da nur ein Angebot vorliegt". Er könne so die Vergabe nicht ganz nachvollziehen, sagte Uhlig. Helmut Matthias List (Bündnis 90/Die Grünen) meinte ebenfalls, "es wäre besser, wenn wenigstens noch ein zweites Angebot vorliegen würde". Der Antrag fand jedoch nicht die erforderliche Mehrheit und wurde abgelehnt.

Die Angebotsabfrage sei schriftlich erfolgt, erläuterte Martina Wutzler. Im Oktober vergangenen Jahres seien drei Planungsbüros angeschrieben worden, doch nur ein Büro habe sein Angebot fristgerecht eingereicht, so die Bauamtsleiterin weiter. Die beiden anderen hätten aus Kapazitätsgründen abgelehnt.

"Wer denkt, dass da sofort jemand anspringt, irrt. Wir können froh sein, dass das Chemnitzer Büro das macht", sagte Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos). Das Planungsbüro hatte bereits 2016 ein städtebauliches Konzept zur Nachnutzung des Standortes "An den Anlagen 16/18" erstellt. "Es verfügt über ausreichend Erfahrung in Planung und Umsetzung einer solchen Aufgabe", so Bauamtsleiterin Wutzler in der Begründung, die ersten Planungsleistungen für den Bau des Bürgersaals in Höhe von knapp 74.000 Euro an das Architekturbüro aus Chemnitz zu vergeben.

Gefordert ist ein Entwurfsplan, der anhand von Zeichnungen, Objektbeschreibung, Kostenberechnung und Terminplan dem Stadtrat zur Entscheidungsfindung dienen soll. Eine visuelle Schaudarstellung soll die Umsetzung der Entwurfsidee verdeutlichen, gibt die Stadtverwaltung vor. Für die gesamten Planung sind insgesamt 150.000 Euro vorgesehen.

Der Beschluss, das Chemnitzer Büro mit der Planung des Vier-Millionen-Projektes zu beauftragen, fand trotz Ablehnung und Bedenken einiger Stadträte (fünf Gegenstimmen, eine Enthaltung) die erforderliche Mehrheit. Vor Beginn der Planungsleistungen soll es jedoch einen weiteren gemeinsamen Termin mit den Fraktionsvorsitzenden und interessierten Stadträten zur Konkretisierung der inhaltlichen Zielstellung geben, so die Stadtverwaltung. Allerdings ist Eile geboten. Denn das Förderprogramm von Bund und Ländern läuft 2022 aus.


"Es wird langsam Zeit, dass gebaut wird"

Jürgen Hetzner (Die Linke): "Wir diskutieren seit Jahren über einen Bürgersaal. Jetzt gibt es Fördermittel. Wenn wir diese Chance nicht nutzen, wird es nie einen Bürgersaal in Zschopau ge- ben."

Klaus Baumann (WdV): "Es wird langsam Zeit, dass das soziokulturelles Zentrum gebaut wird."

Veikko Bartsch (BFW): "Die Fördermittel sind verlockend. Auch wenn die Mehrheit dafür ist, gebe ich zu bedenken, dass es für die Folgekosten keine Förderung gibt."

Jens Wagner (BFW): "Dass für die größte Investition seit Jahren nur ein Angebot vorliegt, hat einen klein wenig schmutzigen Charakter." (hd)

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