Zschopau zum Zweiten: Bilder laden zum Schmökern ein

Der Hobbyhistoriker Carsten Beier hat einen neuen Band mit alten Ansichten der Motorradstadt herausgebracht. Am Freitag stellt er ihn vor. Und kann sich durchaus vorstellen, auch Teil 3 zusammenzustellen. Genug Material gibt es jedenfalls.

ZSCHOPAU.

Schon unmittelbar nach der Vorstellung seines ersten Bandes "Zschopau in alten Fotografien" im Oktober 2016 hatten viele Gäste der Veranstaltung an Carsten Beier den Wunsch nach einer zweiten Auflage der historischen Bildsammlung herangetragen. Diesem Ansinnen kam der Zschopauer gern nach und stellt am Freitagabend Teil II vor.

Doch nicht allein der Wunsch seiner Leser war es, der den Zschopaukenner und Historiker erneut in seinem umfangreichen Archiv nach alten Aufnahmen und Zeitdokumenten suchen ließ. Auch für den Erfurter Sutton-Verlag war die erzgebirgische Ergänzung seiner Buchreihe "Sutton Heimat" ein voller Erfolg. Die Erstauflage mit 1500 Exemplaren war schnell vergriffen, und auch von den nachgedruckten 500 Stück sind nicht mehr viele zu haben. Das sei keine Selbstverständlichkeit im stark umworbenen Verlagssegment der Bildbände, zumal es sich um eine regionale Spezialität handle, die lediglich einen überschaubaren Leserkreis einschließt. "Ausschlaggebend war deshalb auch die Bitte der Verlagsleitung nach einer Fortsetzung."

In Layout, Gestaltung und Umfang ähneln sich beide Bände. Auch inhaltlich gibt es keine Chronologie der Bilderfolge. "Zschopau - Neue Bilder aus alter Zeit" versteht sich als eine Ergänzung, zu der nicht allein der Autor und Sammler sein Archiv nach fotografischen Kostbarkeiten aus längst vergangenen Tagen durchforscht hat. "Von Anfang an habe ich auf die Mitarbeit der Zschopauer gebaut, auch wenn sie heute in der Stadt nicht mehr zuhause sind", so der 38-Jährige. In den sozialen Medien und einem umfangreichen Interessentenkreis warb er mit Erfolg für die Bereitstellung historischer Aufnahmen.

Beier nennt Zschopauer Namen wie Matthias Langer, Gerti Heinig oder Heinz Minkos und wurde auch bei der Familie Rasmussen im hessischen Maintal fündig. Dort überraschte ihn der Enkel des Motorenfabrikanten aus dem Tischautal, Jörg Rasmussen, mit einer großen Kiste fotografischer Erinnerungen aus Zschopau. "Neben vielen Familienfotos war darunter auch reichlich Material von öffentlichem Interesse", verweist Carsten Beier auf bislang unveröffentlichte Abbildungen der Rasmussen-Villa an der Marienberger Straße oder einem DKW-Dampfkraftwagen, der als Versuchsmodell während des Ersten Weltkriegs gebaut wurde, jedoch nie in Serie ging. Historische Fotografien aus dem Stadtarchiv und der Fotoabteilung des Westfälischen Landesmuseums für Industriekultur ergänzen den historischen Abriss um ein interessantes Stück Zeitgeschichte und zeigen Zschopau als aufstrebende Industriekommune zwischen den beiden Weltkriegen.

Rund sechs Monate hat Carsten Beier intensiv an der Entstehung seines zweiten Buches gearbeitet, gewonnene Erfahrungen einbringen können und von der guten Zusammenarbeit mit dem Sutton-Verlag profitiert. "Knapp 100 Bücher haben schon ihre Liebhaber gefunden", berichtet er und lehnt auch den neuerlichen Wunsch nach einer literarischen Fortsetzung nicht grundsätzlich ab. Wie sie genau aussehen könnte, sei hingegen noch offen. Vorstellbar ist für ihn eine zeitliche Weiterführung über 40 Jahre DDR bis in die Nachwendezeit hinein. "Dazu gibt es einen großen Fundus an qualitativ hochwertigen Dia-Aufnahmen und somit die Möglichkeit, Band III farbig zu gestalten."

Präsentiert wird der Bildband "Zschopau - Neue Bilder aus alter Zeit" am Freitag im Grünen Saal von Schloss Wildeck. Beginn ist 19 Uhr. Der Hardcover-Band mit 120 Seiten und rund 170 Abbildungen kostet 19,99 Euro und ist in den Shops der "Freien Presse" erhältlich.

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