Achtung, Autofahrer: Lebensader dicht

Ab kommendem Montag müssen sich Kraftfahrer in Flöha auf Umleitungen einstellen. Die wichtigste Straße der Stadt wird bis Ende November gesperrt.

Flöha.

Zuerst die gute Nachricht: Obwohl die Bauarbeiten auf der Augustusburger Straße eine Woche später beginnen als geplant, bleibt es beim anvisierten Abschlusstermin 25. November. Das sagte Stanimir Enew aus der Bauverwaltung im Rathaus. Aber der Baufirma fehlt mit der um eine Woche verkürzten Bauzeit ein Schlechtwetter-Puffer.

Begonnen wird am Montag zunächst mit dem 169 Meter langen Abschnitt zwischen der Auffahrt zur Ortsumfahrung und der Einmündung der Bahnhofstraße, der eigentlich zweite Bauabschnitt. Weil es hier keine Möglichkeit einer innerörtlichen Ausweichstrecke gibt, führt die einzig mögliche Umleitung über die Ortsumfahrung - das sind gut fünf Kilometer Umweg. Vier Wochen Bauzeit sind für diese erste Etappe geplant. Die Straße bleibt für den Verkehr voll gesperrt - Ausnahmen sind der Schüler- und der direkte Anliegerverkehr.

Während des Asphalt-Einbaus gibt es zwei Tage lang keinerlei Durchfahrmöglichkeit. Deshalb sind diese Arbeiten für die Herbstferien geplant. Schülerverkehr gibt es dann nicht, und die Anwohner sollen ihre Autos während dieser Zeit an der Alten Baumwolle oder auf dem Pendler-Parkplatz an der Unteren Güterbahnhofstraße abstellen.

Die zweite Etappe zwischen der Einmündung Bahnhofstraße und der Kirchenbrücke ist der eigentlich erste und mit 413 Metern längere Bauabschnitt. Hier gibt es eine kürzere, innerörtliche Umleitung mit Einbahnstraßenregelungen über die Bahnhofstraße, die Lessingstraße und die Talstraße (siehe Grafik).

Mit den Bauarbeiten beauftragt wurde eine Firma aus Drebach. Die Gesamtkosten belaufen sich auf gut 200.000 Euro. Es wird jeweils die alte Asphaltdecke abgefräst, es werden Schäden an der Tragschicht ausgebessert, und abschließend wird eine neue Deck- und Bindeschicht aufgebügelt. Zugleich wird die Straßenentwässerung erneuert. Der schlechte Zustand der Augustusburger Straße zwischen der Schulbergkreuzung und der Auffahrt zur Ortsumfahrung ist ein Dauerbrenner. Weil die Straße mit dem Bau der Ortsumfahrung ihren Status als Bundesstraße verlor und in die Trägerschaft der Stadt wechselt, wurde mit dem Freistaat eine Kostenbeteiligung ausgehandelt. Von der Sanierung ausgeklammert ist die Kreuzung Bahnhofstraße, die erst kürzlich eine neue Fahrbahndecke erhalten hat und langfristig zum Kreisverkehr umgebaut werden soll.

Ebenfalls saniert wird zu einem späteren Zeitpunkt der Abschnitt der Augustusburger Straße von der Kirchenbrücke bis zur Schulbergkreuzung. Die Kirchenbrücke selbst, deren Sanierung nach dem Jahrhunderthochwasser im August 2002 abgebrochen und die danach nur behelfsmäßig fertiggestellt wurde, soll durch einen Neubau mit schlankerem Mittelpfeiler und mehr Wasserdurchlass ersetzt werden. Das hat der Stadtrat grundsätzlich beschlossen, die Planungen für dieses Vorhaben laufen bereits.


Händler bleiben optimistisch: "Die Augustusburger Straße muss einfach gebaut werden - das akzeptieren wir"

Mandy Schulze (30), Filialleiterin "Die Brillenbauer" in Flöha: "Auf die Straßensperrung haben wir uns bislang kaum vorbereitet. Das Geschäft bleibt natürlich weiterhin geöffnet. Das einzige, was wir verschoben haben, ist unsere große Hausmesse, dieses Jahr unter dem Motto ,Brillengala' - von diesem Freitag, 16. September auf den 20. Oktober, denn da soll die Straße wieder komplett offen sein. Wir arbeiten viel auf Termin und informieren unsere Kunden über die Sperrung. Wir lassen uns überraschen und sind gespannt auf die neue Straße. Solche Bauarbeiten lassen sich leider nicht vermeiden und müssen irgendwann gemacht werden. Wir sind optimistisch und werden das Beste daraus machen."

Gerd Pilz (58), Inhaber des ABC-Reisebüros in Flöha: "Wir schließen das Reisebüro während der Sperrung nicht. Die Augustusburger Straße muss einfach gebaut werden - das akzeptieren wir. Das müssen wir akzeptieren. Die Notwendigkeit der Maßnahme sehen wir ein. Parkmöglichkeiten für die Mitarbeiter und Kunden sind der Parkplatz in der Baumwolle oder auf der Oberen Güterbahnhofstraße. Ich komme aus Plaue und laufe auf Arbeit. Viele Leute haben für die Vollsperrung kein Verständnis. Wir sollten einfach optimistisch sein. Vielleicht dauern die Bauarbeiten auch gar nicht so lange. Das Stück Straße bei der Eisenbahnbrücke war ja auch nach anderthalb Tagen fertig."

Ute Fischer (60), Imbiss-Verkäuferin im Restaurant "Da Ori" in Flöha: "Da müssen wir eben durch. Die Arbeit hier muss getan werden. Hoffentlich geht das schnell. Unsere Gäste können auf dem Parkplatz An der Baumwolle parken. Das wissen viele möglicherweise noch nicht. Und vielleicht kommt ja auch der ein oder andere Bauarbeiter zu uns." (kirp)

Service Für Informationen, Anfragen oder Probleme zur Verkehrsregelung während der Bauarbeiten ist die Verkehrsbehörde im Rathaus zuständig: Telefon 03726 791163 oder per E-Mail: verkehrsbehörde@floeha.de. Anfragen zum Bauablauf beantwortet Stanimir Enew aus der Bauverwaltung im Rathaus: Telefon 03726 791144 oder per E-Mail: s.enew@floeha.de.


Verhandlungen um Zuschuss

Gut 200.000 Euro kosten die Bauarbeiten zur Fahrbahnerneuerung

der Augustusburger Straße in Flöha zwischen der Kirchenbrücke und der Auffahrt zur Ortsumfahrung. Die Stadt zahlt aber nur einen Bruchteil davon, denn sie hat mit dem Freistaat eine Kostenbeteiligung vereinbart.

Mit der Einweihung der Ortsumfahrung im Dezember 2012 verlor die

Augustusburger Straße zwischen der Schulbergkreuzung und der Ampelkreuzung an der Alten Baumwolle ihren Status als Bundesstraße und wurde zur Ortsstraße. Die Stadt übernimmt also die Zuständigkeit für diesen Straßenabschnitt vom Freistaat.

Flöha wollte die kaputte Straße aber nur in repariertem Zustand übernehmen. Es folgten zähe Verhandlungen. Der Freistaat willigte schließlich ein, die Kosten für eine Reparatur der Deck- und Bindeschicht zu übernehmen, dazu kommt ein Festbetrag für die neue Kirchenbrücke. Von den jetzt anfallenden gut 200.000 Euro Kosten bekommt Flöha 194.000 Euro aus Dresden erstattet. (mbe)

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1Kommentare
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  • 0
    0
    Pixelghost
    14.09.2016

    Umleitungen sind so etwa das Schlimmste, was einem deutschen Autofahrer passieren kann.



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