Die wichtige Stimme der Retter

Marco Schaffarschick hat die Antwort auf die Frage "Wo brennt's denn?". Er ist in Oederan für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr zuständig - und hatte in dieser Woche mehr zu tun als je zuvor.

Oederan.

Es geht nicht um Sensationslust oder die große Schlagzeile. Es geht um Informationen, vielleicht sogar um Warnungen an die Bevölkerung. Marco Schaffarschick weiß das. Und deshalb wirkte er keinesfalls genervt, als am vergangenen Sonntag zum x-ten Mal sein Handy klingelte. Während neben ihm eine große Lagerhalle im Gewerbegebiet lichterloh in Flammen stand, beantwortete der Sprecher der Oederaner Feuerwehr geduldig die Fragen der Pressevertreter. "Es ist doch klar, dass bei einer kilometerweit sichtbaren Rauchwolke Fragen aufkommen. Und ich bin dafür da, sie zu beantworten", sagt er.

Schaffarschick ist 34 Jahre alt, arbeitet als Lagerist in Hainichen. Seit 15 Jahren ist er in seiner Freizeit Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Oederan, rückt bei kleineren und größeren Einsätzen so oft es geht mit aus. "In den vergangenen Jahren waren das bei uns vor allem die kleineren Einsätze wie Not-Türöffnungen oder ähnliches", sagt er. "Wir hatten aber auch einige schwere Verkehrsunfälle, manche mit tödlichem Ausgang. Und wir hatten natürlich den Großbrand am vergangenen Wochenende, der uns mehrere Tage lang beschäftigt hat und noch immer beschäftigt."

Wenn Schaffarschick bei Einsätzen, wie bei dem am vergangenen Wochenende, dabei ist, greift er nur bei Personalnot selbst zur Löschspritze. Er ist vielmehr dafür da, der Einsatzleitung den Rücken frei zu halten. "Ich bin verantwortlich für die interne und externe Kommunikation", sagt er. Will heißen: Er kümmert sich um den Funkverkehr der Einsatzkräfte untereinander und informiert die Öffentlichkeit - über Medien oder im Internet. "Seit ich unsere Einsätze relativ zeitnah bei Facebook poste, hat die Zahl der Gaffer an der Unfallstelle oder am Ort eines Brandes spürbar abgenommen", sagt er. "Die Leute wissen, dass sie von uns informiert werden."

Welche Informationen er herausgibt, hängt stets von der Art des Einsatzes ab. "In Absprache mit dem Besitzer der Lagerhalle haben wir am vergangenen Wochenende auch die Pressevertreter gebeten, nur das im Bild zu zeigen, was auch gezeigt werden darf. Der Brand hat sich ja schließlich auf einem Firmengrundstück ereignet", sagt Schaffarschick.

Dass er bei der Berichterstattung über den Brand der Lagerhalle auch selbst im Fernsehen erschien, passte ihm nicht allzu sehr in den Kram. "Ich konnte mir das nicht anschauen", sagt er lachend. "Aber es gehört eben dazu. Gerade in diesem Fall mussten wir die Leute ja informieren, wie die Lage ist. Sie mussten am Sonntagnachmittag ja in einigen Regionen aufgrund der Rauchentwicklung die Fenster geschlossen halten."

Mit einer Reichweite von mehr als 30.000 Nutzern seien die Facebook-Einträge zum Brand auch die mit Abstand meist geklickten bisher gewesen. "Das freut mich, auch wenn wir mit Blick auf die Firma natürlich so ein Feuer nicht wollen", sagt er. "Das war schon ein Einsatz, der bei allen an die Grenzen ging."


Feuer glimmt noch immer

Der Großbrand in der Lagerhalle in Oederan ist noch immer nicht komplett gelöscht. Da die Halle aufgrund der Einsturzgefahr nicht betreten werden darf, können die Feuerwehrleute das heiße Material nicht breitziehen und großflächig löschen. "Wir bewässern weiterhin von außen, wenn wieder etwas aus dem Inneren des Schuttberges aufglimmt", sagt Marco Schaffarschick, Sprecher der Oederaner Wehr. Dies könne sich durchaus noch bis zum Ende des Wochenendes hinziehen.

Zur Brandursache kann derzeit nichts gesagt werden, da auch die Ermittler noch nicht in die Halle gehen und die Reste untersuchen dürfen. (tre)

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