Feuerwache: Noch vieles unklar

Dass der Neubau in Lichtenwalde bis Ende 2020 steht, ist nicht sicher. Trotzdem gab es jetzt auch eine gute Nachricht.

Lichtenwalde.

Wie ist mit den Einwänden umzugehen, die Behörden, Verbände, Vereine und Privatpersonen gegen den geplanten Bau eines neuen Feuerwehrdepots in Lichtenwalde vorgebracht haben? Das mit der Planung beauftragte Büro für Städtebau Chemnitz hat mit dem Abarbeiten begonnen. Über den aktuellen Stand informierte Christina Heinrich, Leiterin Stadtplanung des Büros, zur jüngsten Gemeinderatssitzung. Demnach müssen noch einige Fragen zu Denkmal- und Naturschutz geklärt werden, Vororttermine mit Behörden stehen zum Teil noch aus. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele Steine in den Weg gelegt bekommen", kommentierte Bürgermeisterin Ilona Meier (parteilos). Bei der Finanzierung des Projekts ist die Gemeinde aber offenbar ein Stück vorangekommen.

Wie hoch die Förderung sein wird, hat Meier noch nicht bekanntgemacht. "Der sächsische Haushalt ist noch nicht beschlossen", erklärte sie. Deshalb müsse sie über die Summe noch Stillschweigen bewahren. Ein erneutes Gespräch mit dem sächsischen Innenministerium, Vertretern des Landratsamtes, der Feuerwehr und der Verwaltung sei aber gut gelaufen und Niederwiesa sei eine wesentlich höhere Summe als 540.000 Euro zugesichert worden. Das ist der übliche Betrag, den der Freistaat für die Errichtung von Feuerwachen mit drei Stellplätzen zuschießt. Das 1,3-Millionen-Euro-Bauprojekt könnte Niederwiesa damit aber finanziell nicht stemmen, wie die Bürgermeisterin bereits im Sommer betonte.

Die Besonderheit: Die Gemeinde hat sich nicht freiwillig für einen Neubau entschieden, sondern aufgrund eines Ultimatums. Die Lichtenwalder Kameraden sollen aus ihrem bisherigen Domizil ausziehen. Denn der Vermieter, der Sächsische Landeskontrollverband, braucht den Platz künftig selbst. Der Stichtag 31. Dezember 2020 steht, bestätigte Meier. Der Zeitplan, um den Bebauungsplan fertigzustellen und erforderliche Genehmigungen einzuholen, ist eng gestrickt. Der Gemeinderat soll daher bei seiner nächsten Sitzung im Dezember die Auslegung des Bebauungsplans beschließen, damit er im Januar öffentlich eingesehen werden kann und im Februar und März mögliche weitere Einwände bearbeitet und abgewogen werden können, stellte Heinrich vor. Danach wird der Plan beim Landratsamt eingereicht. "Eine vorzeitige Baugenehmigung ist möglich, wenn es keine Probleme gibt", erläuterte die Stadtplanerin.

Noch geklärt werden muss zunächst, wie Niederwiesa die Flächenversiegelung ausgleichen will. Laut Heinrich muss noch geprüft werden, ob Boden entsiegelt werden kann oder Punkte im sächsischen Ökokonto erworben werden müssen, dem Maßnahmenpool zu Kompensationszwecken des Umweltlandesministeriums. Zudem hatte das Landesamt für Denkmalpflege Bedenken angemeldet, dass der Neubau die Sicht vom historischen Schlosspark stören könnte - eine Begehung soll Klarheit bringen, ob das Depot vom Park aus kaum sichtbar ist. Der Termin stehe, so Heinrich.

Klarheit gibt es inzwischen zum alten Birnenbaum auf dem Baugrundstück, dessen Funktion als Lebensraum fraglich war. "Es wurden Fledermäuse nachgewiesen", berichtete Ilona Meier. Alle Fledermausarten stehen in Sachsen unter Schutz. Das Büro für Städtebau will deshalb das Gebäude verrücken, der Baum kann bleiben. "Dadurch sind keine vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen nötig", erkläre die Stadtplanerin.

Dass der bezugsfertige Neubau Ende nächsten Jahres in zweiter Reihe hinter der August-Bebel-Straße steht, ist dennoch fraglich: "Wir werden bis Ende 2020 nicht vollständig bauen können", schätzte Ilona Meier im Gemeinderat ein. Allerdings müsse der Brandschutzbedarfsplan eingehalten werden, der zwei Feuerwehrstandorte in der Gemeinde vorsieht. Sie hofft deshalb, dass der Landeskontrollverband die Feuerwehr nicht vor die Tür setzt, wenn der Bau bis dahin gut vorangegangen ist.

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