Salz ist nicht gleich Salz

Der Streit um das Silo in Falkenau war gerade erst vom Tisch. Jetzt ist das Thema wieder da und ein zweites Silo auch. Das hat aber mit dem ersten gar nichts zu tun.

Falkenau/Flöha.

Das ist doch eigentlich eine rundherum gute Nachricht: Die Stadt Flöha verkauft ein circa 1800 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet Flöha-Falkenau an den Freistaat Sachsen, der dort einen Winterdienststützpunkt errichten will. Die Stadt Flöha nimmt knapp 38.000 Euro aus dem Grundstücksverkauf ein und hat bald den Bundesstraßen-Winterdienst direkt vor der Haustür und damit wahrscheinlich in aller Frühe eine geräumte B 173.

Eine gute Nachricht also, weshalb der Flöhaer Stadtrat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit für den Verkauf des Gewerbegrundstückes an den Freistaat stimmte. Es gab nur zwei Stimmenthaltungen und drei Nein-Stimmen der Stadträte aus Falkenau. Haben die Falkenauer etwas gegen einen Winterdienststützpunkt des Freistaates im Gewerbegebiet? "Nein, natürlich nicht", sagt Ortsvorsteher und CDU-Stadtrat Thilo Walther. Es geht um ein Detail in den Plänen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) zur Errichtung des Stützpunktes, der aus einem Aufenthalts-Container bestehen soll und einem Streusalzsilo.

Ein Streusalzsilo. Das ist ein Reizwort in Falkenau, seit die Stadt Flöha im April ein solches Streusalzsilo direkt neben dem Feuerwehrgerätehaus an der Wiesenstraße aufstellen ließ und plötzlich viele Falkenauer erschrocken gewesen waren. Zwar hatten auch die Falkenauer Stadträte zuvor im Technischen Ausschuss für das Salzsilo im Ort gestimmt, aber als es dann neben der Feuerwache stand, war es zu hoch und zu hässlich. Außerdem stand es auf dem für das Festzelt des örtlichen Heimatvereins reservierten Platz. Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha verhandelte mit Vertretern des Ortschaftsrates und des Heimatvereins, und man einigte sich, dass das glücklicherweise mobile Salzsilo umgesetzt wird, sobald es eine geeignete, zentral im Ort gelegene Fläche gibt, die der Stadt gehört.

Das Streitthema war vom Tisch, und jetzt ist es wieder da. Denn ein Vorschlag aus dem Falkenauer Ortschaftsrat war, das städtische Streusalzsilo im Gewerbegebiet aufzustellen. Das hatte die Stadtverwaltung aber abgelehnt, weil dann die Winterdienstfahrzeuge doch wieder zum Auftanken pendeln müssen.

Und nun soll im Gewerbegebiet ein Streusalzsilo aufgestellt werden. "Salz ist doch gleich Salz", sagte Ortschaftsrat und AfD-Stadtrat Dietmar Wildner. Und es werde sich doch wohl noch ein kleines Plätzchen für das kleine Silo finden lassen.

Salz ist eben nicht gleich Salz. Und Silo nicht gleich Silo. Während das Silo an der Feuerwache den Streusalzvorrat für den städtischen Winterdienst des Bauhofes beherbergt, der die Ortsstraßen in Falkenau beräumt und deshalb möglichst mitten im Ort auftanken soll, ist das geplante Silo im Gewerbegebiet der Vorratsbehälter für das Streusalz, das auf die Bundes- und Staatsstraßen von Flöha bis Rechenberg-Bienenmühle gesprüht wird. Deshalb suchte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr auch einen Standort nahe einer Bundesstraße.

Der Falkenauer Ortsvorsteher Thilo Walther beantragte zum Auftakt der Stadtratssitzung am Donnerstag, den Grundstücksverkauf nicht öffentlich zu diskutieren. Das lehnte der Oberbürgermeister ab, weil ein nicht öffentlich gefasster Verkaufsbeschluss nicht rechtskräftig wäre. Walther sagte, er hätte das Thema gern noch einmal diskutiert, um vielleicht die beiden Silos miteinander zu verknüpfen. Der Druck auf ihn sei groß. Zudem sei ärgerlich, dass der Ortschaftsrat nicht vorab beteiligt war, so Walther.

Der Oberbürgermeister antwortete, dass es die Lasuv-Anfrage für ein Grundstück zwar schon seit Anfang des Jahres gebe, die verbindliche Zusage mit dem Kaufvertragsentwurf sei aber erst am 10. Juli, also vor zwei Wochen, im Rathaus eingegangen. Eine Ortschaftsratssitzung gab es im Juli nicht.

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