So bunt war das Insectlounge-Festival

Der Wettergott hat es einmal mehr nicht gut gemeint mit den Machern des Konzertwochenendes. Dennoch wurde es eine rauschende Fete - die sich sogar der Landesvater live ansehen wollte.

Oederan.

Wer seine Blumen im Garten mal nicht gießen will und auf der Suche nach dem passenden Wochenende dafür ist, muss wohl nur in den Veranstaltungskalender der Stadt Oederan schauen und dort nach dem Eintrag "Insectlounge" suchen. Denn es scheint ein Naturgesetz geworden zu sein, dass es an dem Wochenende, wenn das Musikfestival stattfindet, mal so richtig schüttet. In den vergangenen Jahren war das häufiger der Fall, und auch am vergangenen Wochenende standen die Besucher - besonders am Freitagabend - im Regen.

Ins Wasser fiel das Festival deswegen aber noch lange nicht. Die Besucher, viele davon aus der Oederaner Region, sehr viele aber auch von weiter her angereist, hielten durch und feierten nach dem Gewitterguss weiter. Hauptgrund dafür war der Auftritt der Band Claim (großes Foto). Die Oederaner Musiker standen vor 20 Jahren erstmals auf einer Bühne - bei der Premiere des Insectlounge-Festivals. Beide, Band und Festival, feierten in diesem Jahr also runden Geburtstag. Der Auftritt am späten Freitagabend wurde dementsprechend bejubelt.


Ansonsten gilt das "Insect" vor allem als Treffpunkt für Oederaner, die mittlerweile nicht mehr in ihrer Heimatstadt wohnen. Viele Besucher hatten sich ein Jahr lang nicht gesehen und dementsprechend viel zu erzählen. Da störte es unter dem Vordach des Bierstandes oder im großen Partyzelt kaum, dass es draußen wie aus Eimern schüttete. "Das Wetter war natürlich schlimm, weil es auch ganz schön kalt geworden ist", sagte Marco Metzler vom Stadtmarketingverein. "Es ist aber richtig toll gewesen, dass dennoch so viele Besucher geblieben sind."

Metzler gehört seit einigen Jahren zum Organisationsteam des Festivals. Doch auch einige der Gründer sind noch immer dabei. So zum Beispiel Patrick Hohnetz und Ronny Bargel. Sie hatten gemeinsam mit einigen anderen Musikern aus Oederan vor 20 Jahren die Idee, ein kleines Festival zu starten, um den damals noch zahlreich vorhandenen Bands in der Stadt eine Auftrittsmöglichkeit zu schaffen. Ganz wichtig war dabei von Beginn an, dass der Eintritt für die Besucher kostenlos sein soll. Diesem Prinzip sind die Organisatoren bis heute treu geblieben, alle Helfer packen dafür ehrenamtlich mit an. Entstanden ist ein kleines Juwel in der Festivallandschaft. Das Gelände im Waldpark Börnichen wird Jahr für Jahr liebevoll hergerichtet und ist nie überlaufen. Das Publikum ist eine Mischung aller Altersklassen, die Musik eine Mischung aus Rock und Elektro.

Die entspannte Atmosphäre und das große Engagement der Festivalmacher haben sich mittlerweile bis nach Dresden herumgesprochen. Von der sächsischen Landesregierung gab es Fördergeld für die Anschaffung einer neuen Bühnenkonstruktion, die am Wochenende erstmals eingesetzt wurde. Aus dem Programm Land(auf)schwung bekam der Stadtmarketingverein 36.000 Euro für die Anschaffung, die insgesamt etwa 45.000 Euro kostete. Die marode alte Bühne konnte damit abgerissen werden, es wurde ein neues Fundament gebaut, auf dem nun die Bühnenüberdachung stand. Sie kann abgebaut und transportiert werden, sodass sie auch bei anderen Veranstaltungen in der Stadt und den Ortsteilen genutzt werden kann.

Am Samstag wollte sich der Regierungschef persönlich einen Eindruck davon verschaffen, wie die Fördermittel während des Insectlounge-Festivals genutzt werden. Ministerpräsident Michael Kretschmer ist derzeit auf Wahlkampftour durch den Freistaat, am Nachmittag war er bei einem von CDU-Landtagskandidatin Susan Leithoff organisierten Fußballspiel in Oederan. Im Anschluss stattete er dem Festival einen kurzen Besuch ab und half am Bierstand mit. Unterdessen ging das Konzertwochenende in die zweite Runde, mehrere Bands spielten bis in die Nacht hinein.

Für etwas Aufregung hatte im Vorfeld die Beschwerde eines Oederaners gesorgt, der sich über die Lautstärke während des Wochenendes beklagte. Die Stadtverwaltung hat deshalb Lärmmessungen vorgenommen. Sie sollen zunächst intern ausgewertet werden, wie Bürgermeister Steffen Schneider sagte.

Ganz ohne Ärger, dafür aber leider wieder mit Regenschauern, ging am Samstag der Familiennachmittag des Festivals über die Bühne. Hier wurde es bunt, als für die Kinder eine Puppenshow geboten wurde. Der Auftritt der Frankensteiner Funkengarde fiel hingegen einem erneuten Gewitterguss zum Opfer. Und am Sonntag ging es dann ans Aufräumen - bei bestem Wetter. Auch das scheint irgendwie Gesetz zu sein beim Insectlounge: Wenn es vorbei ist, scheint die Sonne.

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