Sportgemeinschaft Ringethal droht die Auflösung

Ende November soll der Vereinsvorstand entscheiden, ob die fast 55 Jahre währende Geschichte des Vereins vor dem Jubiläum beendet wird. Offen ist so auch die Perspektive für den Sportplatz im Ortsteil.

Mittweida.

Noch ist das letzte Wort dazu nicht gesprochen. Doch es müsste wohl ein Wunder geschehen, um die Auflösung der Sportgemeinschaft Ringethal aufzuhalten. So drückt es zumindest Silvio Hermer vom Vorstand der SG Ringethal aus, was dem 1964 gegründeten Verein bevorsteht. Ende November werde es dazu eine Entscheidung im Vorstand geben. "Die Tendenz ist eindeutig", sagt Hermer.

Hintergrund für die Prognose seien die gesunkenen Mitgliederzahlen der SG, deren Alt-Herren-Fußballer zuletzt den Sportplatz im Mittweidaer Ortsteil nutzten. Die Zukunft der Sportstätte mit dem vor zehn Jahren errichteten Gebäude für Sanitäranlagen und Umkleideräumen steht damit zur Debatte. Die Sportstätte fällt mit der Auflösung des Vereins der Stadt Mittweida zu. Das bestätigte der Mittweidaer Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU). Was daraus werden soll, da hat der Rathauschef bereits eine klare Haltung: "Mit dem Sportplatz ist hier eine funktionstüchtige Einheit vorhanden, die trotz der derzeitigen Situation erhalten bleiben sollte."

Mit der Aussage spielt er auch auf die Idee an, auf dem Sportplatz den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Ringethal zu errichten. Diese Option werde er nicht unterstützen. "Das wäre dann für mich die endgültige Entscheidung gegen den Sport in diesem Ortsteil und gegen eine sportliche Perspektive in Ringethal", so OB Schreiber. Dass sich die SG Ringethal wegen fehlender Mitglieder auflöst, sei ein herber Schlag für den Sport und für den Ortsteil.

In Ringethal wird die Perspektive des Sportplatzes unterschiedlich bewertet, wie Ortsvorsteher Ulrich Sachse weiß. Zwar sei auch der Ortschaftsrat dagegen, auf dem Platz das Feuerwehrgerätehaus zu bauen, und habe sich für einen anderen möglichen Standort ausgesprochen. Doch es gebe auch unter den Einwohnern noch unterschiedliche Auffassungen zum Thema.

Da seien zwei Lager in Ringethal: Die einen wollten den Platz im jetzigen Zustand erhalten, die anderen finden einen größeren Bolzplatz für Kinder ausreichend. Ulrich Sachse selbst kann sich nicht vorstellen, dass es im Ortsteil nach einer Auflösung der SG in naher Zukunft wieder eine eigene Fußballmannschaft gebe, die auf dem vorhandenen Platz spiele. Die Einwohnerstruktur des Ortes lasse eine solche Aussicht nicht erwarten. Andere Sportvereine, die den Platz in Ringethal nutzen könnten, gebe es nicht. Nur die Fußballer des SV Germania nutzten ihn zeitweise als Ausweichplatz.

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