Tradition wagt ein Experiment

Die Mineralienschau in Flöha findet zum 30. Mal statt. Erstmals ist die Oberschule Gastgeber - eine Herausforderung für die Veranstalter.

Flöha.

Die 30. Auflage der Mineralienschau in Flöha wird ein Experiment. Denn erstmals findet die Veranstaltung am 16. Februar in der Mensa der Oberschule Flöha-Plaue statt. Zuletzt war das Foyer des Samuel-von-Pufendorf-Gymnasiums Austragungsort, und obwohl die Mineralienschau in ihrer 30-jährigen Geschichte schon unterschiedlichste Domizile hatte, ist der aktuelle Wechsel eine besondere Herausforderung.

Da sind einmal die völlig unterschiedlichen Räumlichkeiten sowie die Licht- und Platzverhältnisse, die vor allem die Aussteller wahrscheinlich vor eine Herausforderung stellen werden. Ralph Klein aus Falkenau ist zunächst aber froh, dass nach der Absage des Landkreises, der im Flöhaer Gymnasium keine kommerziellen Veranstaltungen mehr zulässt, auf Vermittlung von Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha ein neuer Veranstaltungsort gefunden wurde. Die Oberschule befindet sich in Trägerschaft der Stadt Flöha, die für die traditionelle Mineralienschau bereitwillig die Türen öffnete.

"Am Freitagabend räumen wir ein, dann werden wir sehen", sagt Ralph Klein. Mit etwa 300 bis 400 Besuchern und um die 30 Aussteller rechnen er und seine beiden Mitstreiter Lutz Baldauf und Tonik Güttler am Sonnabend. Die Schau in Flöha ist beliebt, weil hier viele Fundstücke aus der Region präsentiert werden, kein Kitsch und Kommerz. Die Aussteller sind vor allem Sammler, die nicht nur ihre Mineralien zeigen, sondern auch Geschichten und Sachverstand mitbringen. Die Sonderausstellung, die sich in der Vergangenheit immer einem speziellen Thema oder einem bestimmten Mineral widmete, wird es diesmal nicht geben. "Wir verzichten in diesem Jahr auf die große Vitrine und wollen erst mal schauen, wie die Räumlichkeiten grundsätzlich funktionieren", sagt Mitorganisator Ralph Klein.

Die Mineralienschau ist sozusagen des Erbe des Geowissenschaftlichen Freundeskreises Flöha, der aus der Fachgruppe Geologie beim Kulturbund hervorgegangen ist. Dort war Lutz Baldauf als Kind schon dabei. Es gab von 1975 an eine Geowissenschaftliche Sammlung Flöha, die in einem Gartenhaus an der Augustusburger Straße beheimatet war und bis Ende der 1990er-Jahre bestand. 1990 fand dann in der damals noch existierenden Gaststätte "Stadt Flöha" erstmals eine Mineralienschau statt. In der Folgezeit wurde der Veranstaltungsort mehrfach gewechselt - sogar im Schloss Augustusburg fand sie fünf Jahre lang statt. Die Mineralienschau blieb dabei aber immer ein Besuchermagnet und die Veranstaltung blieb beliebt bei Ausstellern. Das Jahrhunderthochwasser im August 2002 vernichtete schließlich die komplette Sammlung des Geowissenschaftlichen Freundeskreises, die im Keller der einstigen Erweiterten Oberschule an der Schillerstraße eingelagert war.

Die 30. Mineralienschau in Flöha findet am 16. Februar von 9 bis 16 Uhr in der Mensa der Oberschule Flöha-Plaue statt. Eintritt: Erwachsene 2 Euro/Kinder ab 10 Jahre 1 Euro.

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