Waldbad soll aufgepeppt werden

Noch wird auf dem Areal nach Sprengstoff gesucht. Doch sind die Experten erst einmal abgereist, will die Stadt Freiberg das beliebte Ausflugsziel aufwerten. Sogar ein Kletterpark ist im Gespräch.

Freiberg.

Wo sich für gewöhnlich bei schönem Wetter die Sonne im Wasser spiegelt, wächst Gras. Auch umgestürzte Bäume liegen herum. Das Gelände rings um das Waldbad, im Volksmund als Soldatenteich bekannt, ist verwildert. Das hat jedoch einen Grund: 73 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs liegt dort immer noch Munition im Boden. Seit dem Frühjahr durchkämmen deswegen Sprengstoffexperten das beliebte Ausflugsziel am südlichen Stadtrand von Freiberg. Krater und Erdhügel zeugen von deren Arbeit. Da das gesamte Areal gesperrt ist, fiel die Badesaison ins Wasser.

Und über der kommenden Saison schwebt ein Damoklesschwert: Schließlich ist offen, wann die Spezialisten abrücken - laut Romy Lindner vom zuständigen Polizeiverwaltungsamt lässt sich bis dato kein Zeitpunkt für ein Ende der Munitionssuche abschätzen. "Oberste Priorität hat die Sicherheit", sagt die Sprecherin. Dass es am Waldbad gefährlich werden kann, lässt die vorläufige Bilanz erahnen: Am 19. April mussten vier Granaten gesperrt werden, am 17. Mai vier weitere. Eine Vielzahl anderer Funde sind dokumentiert, darunter etliche Splitter. Romy Lindner spricht von einem breiten Spektrum. "Es reicht von Infanteriemunition über Artilleriemunition bis hin zu Nahkampfmitteln", führt sie aus.

Sobald die Spezialisten ihre Arbeit beendet haben - eine Freigabe des Waldbads durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst steht aus -, ist die Stadt an der Reihe: Das Areal muss auf Vordermann gebracht werden. So müssen nicht nur der Wildwuchs im und rings um den Teich beseitigt sowie das Ufer befestigt werden, die Pumpanlage gehört genauso repariert. Auch Bäume, die Sturm Friederike Mitte Januar umgeknickt hatte, müssen entfernt werden. Zudem sind Erdhügel abzugraben und Löcher zuzuschütten - alles Hinterlassenschaften der Sprengstoffexperten. "Eine neue Abdichtung ist ebenfalls nötig", erklärt Baubürgermeister Holger Reuter (CDU). Kurzfristig investiert die Kommune fast 180.000 Euro.

Doch die Stadt hegt für das malerisch gelegene Naturbad weitere Pläne: Die Hauptbühne soll instand gesetzt und zeitgemäße Spielgeräte aufgestellt werden. Zudem soll das alte Imbissgebäude abgerissen und ein Neubau errichtet werden. In den nächsten Jahren sollen der Campingplatz erweitert und ein Förderverein gegründet werden. Sogar ein Kletterpark ist angedacht. Gespräche mit möglichen Betreibern laufen. "Noch sind aber viele Details zu klären", so Reuter. "Das Waldbad soll 2019 wieder eröffnet werden."

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