Wenn aus Buchseiten Muster entstehen

Die sachsenweit ausgerichtete Veranstaltungsreihe wartet von Samstag bis Montag mit einer Vielzahl von Gastgebern in der Region auf - von Braunsdorf und Falkenau über Hennersdorf und Kirchbach bis Niederwiesa und Schönerstadt. Ein Höhepunkt: der Kunstmarkt in Augustusburg am Pfingstsonntag mit Annette Krauses Papierfaltkunst.

Falkenau.

Die meisten stellen Bücher nach der Lektüre ins Regal oder bringen die Druckwerke zurück in die Bibliothek. Bei Anette Krause ist es anders. Die Falkenauerin hat vor einigen Jahren das Pattern für sich entdeckt. "Pattern nennt man die Buch- oder Papierfaltkunst", sagt die 47-Jährige.

Seither faltet sie in stundenlanger Arbeit Blatt für Blatt nach einem bestimmten Muster, bis aus dem Buchblock, der Summe aller Buchseiten, ein Bild oder ein Schriftzug entstehen. Nach gesundheitlichen Problemen hatte der Arzt ihr geraten, beruflich etwas kürzer zu treten und sich dafür mehr um eine Freizeitbeschäftigung zu kümmern. Regelmäßig hat Anette Krause nun einen Werkstatt-Tag, wie sie ihre freien Tage nennt. Dann geht die Zahntechnikerin in ihren Hobbyraum in den Keller und lässt ihrer Kreativität freien Lauf.


"Angefangen habe ich vor vier Jahren mit dem Basteln von Türkränzen. In dem Jahr gab es eine Menge Zapfen, die ich dort gut verarbeiten konnte." Ihre Kränze verteilte sie später an Freunde und Bekannte. "Irgendwann haben diese mir gesagt, dass es viel zu schade sei, alle Kränze zu verschenken. Ich solle sie auch auf Märkten zum Verkauf anbieten", sagt die Falkenauerin. Sie überlegte nicht lange und meldete sich für einen Kunsthandelmarkt in Freiberg an. "Das war schon ein sehr mulmiges Gefühl, auf einmal seine selbst gemachten Waren dort auszustellen", sagt sie. Die Verkaufszahlen und das positive Echo der Besucher stärkten indes ihr Selbstbewusstsein in Sachen Kreativität. Seit dieser Zeit besucht sie regelmäßig verschiedene Kreativmärkte mit ihren Produkten und meldete ein Kleingewerbe an.

Nach den Türkränzen ging es mit Knetbeton- und Floristikarbeiten weiter, bevor sie ihre Liebe für das Pattern für sich entdeckte. "Meine ersten Auftragsarbeiten waren massig Papierrosen, die ich für eine Hochzeit falten sollte, inklusive eines Buches", berichtet die Mutter zweier Kinder.

Die Bücher müssen je nach Muster eine bestimmte Seitenanzahl aufweisen. Das Computerprogramm Exel, das sich die Falkenauerin von ihrer Tochter erklären ließ, berechnet ihr dann den gewünschten Plan. Die meisten Bücher kauft sie auf Flohmärkten oder beim Buchverkauf in der Bibliothek. Am besten eigneten sich schwere Wälzer mit festem Einband, damit die Bücher später auch von allein stehen können, so Anette Krause, die selbst gern historische Bücher liest. Sie achte darauf, dass der Inhalt des Buches sich etwas mit dem gewünschten Muster vertrage. Neben den Verkäufen auf Märkten hat sie bereits mehrere Auftragsarbeiten erledigt. Zehn Stunden Arbeit stecken in einem gewöhnlichen Muster. Jedes Blatt wird einzeln und nach Plan gefaltet. "Schwieriger und langwieriger wird es, wenn nach manchen Vorlagen in jede Buchseite mehrfach eingeschnitten und dann gefaltet werden muss." Wie beim Stricken gibt es Vorlagen für dieses Verfahren. Doch Krause nutzt fast ausschließlich aufwendig selbstgestaltete Pläne. Das Ergebnis kann sich zwar nicht mehr lesen, dafür aber sehenlassen.

Auf dem Kunstmarkt in Augustusburg wird sie am Pfingstsonntag ausstellen und zeigen, wie die Faltkunstbücher entstehen.


"Kunst: offen" in der Region

Pfingstsamstag und -sonntag

Kathi Schmidt-Stagge zeigt Blumenbilder im Garten und Grafik im Schatten in der "Galerie hinterm Gartenzaun", Karl-Marx-Straße 13, Niederwiesa.

Nur Sonntag Constanze Riedel-Sturge, Katrin Baumann, Jana Günther präsentieren Malerei, Textil, Grafik, Schmuck, Dorfstraße 23, in Kirchbach. Dazu Berichte vom Niederlande-Ausflug unter dem Motto "The Colorfield-Performance 2018". In der Scheune ab 14 Uhr Basteln; Peter F. Fiebig zeigt Malerei und Grafik, Hauptstraße 66, in Schönerstadt. Dazu Malen und Zeichnen im Gelände.

Pfingstsonntag und -montag Torsten Schirmeister mit Malerei, Holzhütte in Braunsdorf, Dorfstraße 18. Künstler Lichtblau mit eigener Malerei und Grafik, dazu Wein, Espresso, Dresdner Straße 54, Niederwiesa. (cdo)

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