Ziel: 2024 schnelles Netz im Kreis

Der groß angelegte Breitbandausbau in Mittelsachsen soll in diesem Jahr beginnen. Der Landkreis rechnet mit bis zu dreijährigen Bauarbeiten.

Freiberg.

Spätestens im Mai sollen sämtliche Ausbaukonzessionen für den Breitbandausbau in Regie des Landkreises vergeben sein. Dieses Ziel hat Vize-Landrat Dr. Lothar Beier für die seit Oktober laufenden Bieterverhandlungen nach europaweiter Ausschreibung ausgegeben.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Baustarts sein. Bei der Vorstellung des Jahresberichtes des Landratsamtes sagte der Kreis-Beigeordnete, dass der Glasfaserausbau des schnellen Internets mit Geschwindigkeiten von 1 GB/s für Anschlüsse mit derzeit weniger als 30 Megabit pro Sekunde (MBit/s) bis Ende des Jahres 2024 abgeschlossen sein soll.

31 Städte und Gemeinden haben die Koordinierung des Ausbaus dem Landkreis übertragen. Der Landkreis hat sie zu sechs separaten Gebieten, Clustern, zusammengelegt, um die Aufträge für Unternehmen attraktiver zu machen. Unabhängig davon treiben rund 20 Städte und Gemeinden den Ausbau in Eigenregie voran. Die Gesamtkosten dafür schätzt der Landkreis auf zwischen 100 und 150 Millionen Euro.

Bei der Vorbereitung der Arbeiten in den Landkreis-Clustern ist die Behörde nach den Worten des CDU-Politikers "ein gutes Stück vorangekommen". Für sämtliche Cluster gebe es mehrere Anbieter. Beier bezifferte die Kosten für das Gesamtprojekt mit 235 Millionen Euro. "Wir gehen davon aus, dass wir damit auskommen." Laut dem Behördenvertreter setzt der Landkreis das Geld bewusst für den Glasfaserausbau ein. "Dafür haben wir momentan darauf verzichtet, den öffentlichen W-Lan-Ausbau weiter zu fördern. Das ist verschmerzbar. Gerade aber in der Coronazeit ist es wichtig, den Breitbandausbau voranzutreiben", sagte Beier.

Noch vor zweieinhalb Jahren galt Mittelsachsen beim Breitbandausbau als Schlusslicht unter den sächsischen Landkreisen. Die Versorgung mit schnellem Internet lag laut Kreis-Angaben bei unter 40 Prozent. Ab 2021 sollen die weißen Flecken beseitigt werden. Los gehen soll es nach Kreis-Angaben in Königshain-Wiederau, Lunzenau, Burgstädt, Claußnitz, Taura, Mühlau und Hartmannsdorf. Diese Orte bilden das Cluster A. In Abständen von je etwa einem Monat soll es mit den anderen Clustern weitergehen.

Das Landratsamt will zudem eine Markterkundung durchführen, um weitere unterversorgte Gebiete zu ermitteln. Sie sollen dann entweder durch den Kreis oder eigenständig durch einzelne Kommunen im "Graue Fleckenprogramm" betreut werden. Dabei sind die Telekommunikationsunternehmen gesetzlich verpflichtet, sämtliche Anschlüsse mit Up- und Downloadgeschwindigkeiten sowie Ausbaupläne zu melden. So will die Behörde einen Überblick über die Breitbandversorgung im gesamten Kreis gewinnen, unabhängig davon, ob Landkreis, Kommunen oder die Unternehmen eigenwirtschaftlich ausbauen. Laut dem Vize-Landrat ruhen die Arbeiten, weil die Förderbedingungen sich geändert haben: "Sobald das neue Programm freigegeben ist, startet die Studie." (grit/lkb)

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