Wo es weniger häufig krachen soll

In Mittelsachsen gibt es 28 Stellen, an denen oft Unfälle geschehen. "Freie Presse" hat sechs davon angeschaut, die in Kürze entschärft werden sollen.

Erlau.

Wenn es auf einer Straße innerhalb eines Jahres zu fünf ähnlichen Verkehrsunfällen kommt oder binnen dreier Jahre fünf Crashs mit Personenschaden registriert werden, spricht die Polizei von einer Unfallhäufungsstelle. Aktuell trifft das auf 28 Kreuzungen, Einmündungen sowie Straßenabschnitte in Mittelsachsen zu. Sechs davon liegen in der Stadt Freiberg, zwei in Brand-Erbisdorf und eine in Döbeln. Für die übrigen 19 ist der Landkreis zuständig. Zwölf dieser Schwerpunkte hat die Unfallkommission des Kreises bereits entschärft (siehe Infokasten), die restlichen sieben sollen jetzt angegangen werden. "Freie Presse" hat sich sechs davon genau angesehen:

1. S 236 Augustusburg - Erdmannsdorf: Die Strecke ist kurvenreich und abschüssig - darauf weisen am Ortsausgang Augustusburg zwei Warnschilder hin. Auf 1,5 Kilometer mit elf Prozent Gefälle hat die Fahrbahn keinen Mittelstreifen. Das Auto beschleunigt, ohne das Gas gegeben wird. Wer nicht bremst, den treibt es schnell aus der Kurve. Auf halber Strecke folgt auf eine steile Linkskurve eine lange Rechtskurve. Beide mit Warnschildern, eine Leitplanke fehlt. Diese Vorrichtung mit Unterfahrschutz für Motorradfahrer ist in der letzten scharfen Linkskurve am Ende der Serpentinen. (mik)

2. K 8215 Beerwalde - Kriebstein: Die gut ausgebaute und fast gerade Kreisstraße verführt zum Schnellfahren. Aber: Oft biegen Fahrzeuge an einer Kreuzung nach Tanneberg ab. Sie halten an oder werden plötzlich langsamer. Weit vor der Kreuzung weist ein Verkehrsschild darauf hin, dass ab sofort Tempo 70 gilt, weil die Gefahr für Auffahrunfälle besteht. Davon zeugen Bremsspuren. Auch das Abbiegen von einer der kleinen Straßen auf die Kreisstraße ist nicht ohne, wenn Autos zu schnell vorbeifahren. (fpe)

3. S 36 Marbach - Etzdorf am Abzweig Kummersheim: Hier gilt in beide Richtungen Tempo 70 - auch wegen der beiden Bushaltestellen. Auf dem relativ steilen Anstieg vom Sportplatz in Marbach schafft man auf der gut ausgebauten Straße auch nicht viel mehr. Die Gefahr kommt aber entgegen, wie der Striegistaler Bürgermeister Bernd Wagner bestätigt: "Die Autos in Richtung Marbach fahren aus kurviger Strecke bergab und springen hier fast über die Kuppe, kommen so auch auf die Gegenfahrbahn." (fa)

4. B 101/S 197/K 7707 Großschirma: Wer auf der Hauptstraße aus Richtung Rathaus kommt und nach links auf die Bundesstraße abbiegen will, hat oft schlechte Karten. Auf der B 101 reiht sich Fahrzeug an Fahrzeug. Mit Glück steht jemand an der Fußgängerampel und hat den Signalknopf gedrückt. Dann müssen Autos und Laster stoppen. Auf der B 101 drängeln sich oft Autos und Lastwagen vorbei, wenn an der Haltestelle kurz vor der Kreuzung ein Bus stoppt. Zudem gibt es keine Linksabbiegespur.

5. B 171 bei Frauenstein: Auf der Fahrt von Rechenberg-Bienenmühle gibt es etwa 150 Meter vor dem Ortseingang Frauenstein eine scharfe Rechtskurve - bei rund 45 km/h drückt es den Fahrer an die linke Tür, das Auto mit Sportfahrwerk bricht fast aus und muss abgebremst werden. Kurz darauf ist fast eine Notbremsung erforderlich, weil ein Motorradfahrer von der rechts einmündenden Nebenstraße aus Richtung Hermsdorf die Vorfahrt schneidet. Eine sofort anschließende scharfe Linkskurve fordert größte Aufmerksamkeit und Reaktion.

6. 101 Großvoigtsberg - Klötzerweg: Geduld ist nötig, wenn man aus Richtung Kleinvoigtsberg kommt und auf die B 101 abbiegen will. Dort herrscht ständig Verkehr. Da in Richtung Siebenlehn noch ein Hügel ist, kann der Autofahrer die Straße kaum einsehen. Das Linksabbiegen ist problematisch. Und bei der Testfahrt beobachtete die Reporterin einen Bus, der vom Klötzerweg in Richtung Siebenlehn fahren wollte. Nur dank der Freundlichkeit eines Lastwagenfahrers gelang dem Bus das Einordnen. (gel)

Nicht getestet wurde die B 169 von Clanschwitz bis Abzweig Hohenwussen. Auch hier handelt es sich um eine Unfallhäufungsstelle, die entschärft werden soll. (jan)


Was der Landkreis auf seinen Straßen bereits unternommen hat

Autobahnanschluss Hartmannsdorf - Schild Unfallhäufungsstelle.

Autobahnabfahrt Siebenlehn - aus Chemnitz Haltelinie markiert.

B 169 Frankenberg, Merzdorfer Straße - wird weiter beobachtet.

B 169 bei Lüttewitz - Kreuzung mit K 7515 als Unfallstelle gekennzeichnet.

B 173 Oederan - An der S 207 Schilder Unfallstelle und 30 km/h. Spiegel montiert und Fahrbahn aufgeraut.

B 173 Abzweig Frankenstein - Schild "Achtung Linksabbieger".

B 173 Oberschöna - am Gewerbegebiet Tempo 70 angeordnet.

S 36 Umgehungsstraße Hartha - an der K 7533 Stopp-Schild aufgestellt und die Markierungen geändert.

S 201 Rossau - als Unfallhäufungsstelle ausgeschildert.

S 205 Langhennersdorf - An K 7771 Schilder Unfallstelle und 70 km/h.

S 238 Lichtenwalde - Ortstafel und Stopp-Schild versetzt, Stop-Markierung auf der Straße. Aus Richtung Chemnitz Tempo 50, aus Richtung B 169 Unfallhäufungsstelle beschildert.

S 240 Schweizerthal - Stopp-Schild an der Unteren Hauptstraße. (jan)

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