Altes Kreuz erstrahlt in neuem Glanz

Über 100 Besucher haben am Sonntag bei bestem Wetter das restaurierte Theodor-Körner-Denkmal auf dem Harrasfelsen wieder eingeweiht. Das ging nicht ohne Überraschungen ab.

Altenhain.

Nicht nur für Falk-Uwe Langer und Matthias Bergk war der Sonntag ein ganz besonderer. Für ganz Altenhain und viele weitere Frankenberger ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Nach Jahren des unermüdlichen Engagements, unter anderem von Ortsvorsteher Bergk und dem Denkmalschützer Langer ist es gelungen, das zwischenzeitlich stark beschädigte Theodor-Körner-Denkmal vom Sockel zu holen, es überarbeiten zu lassen und von Salutschüssen und Fanfaren begleitet wieder einzuweihen.

"Für Altenhain und die Stadt ist das, was wir heute feiern, ein ganz besonderes Ereignis", sagte Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU). Ohne Spenden wäre es nicht gelungen. 76 Geldgeber waren mit insgesamt 8128 Euro dabei. Weitere 13.000 Euro stellte der Landkreis zur Verfügung, 3900 Euro die Stadt.

Zum Auftakt der Festveranstaltung stellte Langer im Frankenberger Kino Welt-Theater die wechselvolle Geschichte des Denkmals vor. Am 18. Juni 1864 wurde es auf dem Harrasfelsen eingeweiht. Amtsverweser Butter hatte zum 50. Todestag Körners seine Errichtung angeregt. Der 1791 in Dresden geborene Dichter, Freiheitskämpfer und Abenteurer Theodor Körner hatte die Gegend in seiner Studienzeit an der Bergakademie Freiberg erkundet. Dabei war er auch auf die Harrasgeschichte gestoßen und hatte darauf die Ballade "Harras, der kühne Springer" verfasst.

Deren Held wiederum, der um 1430 geborene Dietrich von Harras entstammte einem thüringischen Geschlecht. 1451 hatte er die Herrschaft über Lichtenwalde geerbt. Von Anfang an jedoch hatte er Konflikte mit regionalen Nachbarn, zum Beispiel aus Chemnitz. Bewohner der Stadt sollen es gewesen sein, vor denen der Ritter schließlich flüchtete und mit seinem Ross vom Großen Haustein hinab in Sicherheit sprang. Sein Grabmal ist in der Stiftskirche Ebersdorf zu finden.

Körnerdenkmale gibt es einige. Auch in Frankenberg selbst wurde 1913 eines geweiht. 1946 wurde die Metallplatte jedoch entfernt. Auch der Stein an sich sollte verschwinden. Doch der Kirche fiel der namensgleiche Superintendent und Ehrenbürger ein. Also wurde zu DDR-Zeiten an den falschen Theodor Körner erinnert - bis 1991 schließlich die alte Denkmalplatte wieder angebracht werden konnte.

Unter den 80 Zuhörern im Kino war Peter Wiegandt. Der Frankenberger gehörte einst zur Barkas-Versuchsabteilung. Nachdem die Rote Armee das Metallkreuz als Zielscheibe genutzt und es demoliert hatte, initiierten die Barkas-Leute einen Neubau, der 1968 eingeweiht werden konnte. Von den einst 14 Leute sind nur noch zwei am Leben. "Ich bin begeistert und kann nur danke sagen", so Peter Wiegandt, einer der beiden. "Es ist eine schöne Sache, dass Altenhain sich so stark gemacht hat", so der 82-Jährige.

Nach dem Vortrag bestiegen die Gäste eine eigens bereitgestellte Citybahn und fuhren nach Braunsdorf. Unterwegs würde per Lautsprecherdurchsage die Harras-Ballade verlesen. Nach einem kurzen Fußmarsch durch den Ort labten sich die Gäste hinter der dortigen Fünferbrücke an Fischbrötchen und Heißgetränken vom Kaffeeflitzer. Die Prozession wurde von Fanfarenzug Schellenberg begleitet. An der Spitze marschierte Matthias Bergk mit einem Modell des Körnerkreuzes. "Dieser Tag ist ein Traum für mich", sagte der Ortsvorsteher und dankte nicht nur den Spendern, sondern auch der Stadt Frankenberg und deren aufgeschlossenem Bürgermeister sowie dem Grundstückseigentümer Sachsenforst und den beteiligten Baufirmen. So hat Metallbau Raschke das eigentliche Kreuz wieder in einen würdigen Zustand versetzt. Steinmetzmeister Jörg Eichenberg hat ein neues Betonfundament gelegt und den Sockel restauriert. Industrielackierung Kreller sorgte für die Beschichtung.

Unter Einhaltung der Coronaspielregeln bestiegen über 100 Festgäste schließlich die 37 Meter hohe Hausteinklippe. Nachdem Berg zum Klang einiger Fanfaren den roten Stoff vom Denkmal gezogen hatte, feuerte das Lützower Freikorps einige Salven Salut in den blitzblauen Himmel. "Das haben sie alles sehr schön gemacht", sagte Familie Frenzel, nachdem sich der Pulverdampf wieder gelegt hatte. "Wir kommen aus Lichtenau und haben auch für die Restaurierung des Denkmals gespendet. Heute wollten wir mal schauen, was daraus geworden ist."

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.