Angeklagte zahlt Strafe vor Gericht in bar

Körperverletzung wird für Frankenbergerin nach erneuten Verfahren teurer

Döbeln/Frankenberg.

Ein eigentlich bereits vor Gericht verhandelter Fall von gefährlicher Körperverletzung hat nun das Amtsgericht Döbeln erneut beschäftigt. Die Tat, die sich in Frankenberg ereignet hatte, war ursprünglich Gegenstand eines Verfahrens, welches gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden war. Zwei der daran beteiligten Täter mussten 400 Euro und zwei andere 100 Euro zahlen. Die jetzt erneut Angeklagte sollte 200 Euro zahlen. Doch das tat sie nicht. Daraufhin wurde das Verfahren gegen sie erneut aufgenommen. Vorgeworfen wurde ihr gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung.

Der Fall, um den es in der jüngsten Verhandlung nun erneut ging, liegt schon Jahre zurück. Laut Anklage hatte sich im August 2014 ein damals 26-jähriger Mann mit dem Opfer in Frankenberg zu einem Treffen verabredet. Beide hatten zuvor eine Beziehung. Als die Geschädigte zum Treffpunkt kam, erwarteten sie der Ex-Freund und eine weitere Frau. Letztere schlug der Geschädigten mehrfach ins Gesicht. Drei weitere tatbeteiligte Frauen aus Frankenberg warteten derweil in einem Auto, darunter die Angeklagte. Diese Frauen kamen später hinzu und schlugen das Opfer ebenfalls. Eine der an der Tat beteiligten Frauen entriss der Geschädigten ihr Mobiltelefon, welches von den Tätern zerstört wurde. Nachdem sie die Geschädigte eine Stunde traktiert hatten, verschwanden sie vom Tatort. Das Opfer erstattete Anzeige.


Die nun Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft, meist wegen Diebstahls. Auf die Frage von Richter Lutz Kermes, warum sie die Geldauflage nicht bezahlt habe, erwiderte die Angeklagte. "Ich habe es vergessen." Die Tat gestand sie nach mehrfacher Aufforderung durch das Gericht und nachdem ihr Richter Kermes und die Staatsanwaltschaft klar machten, dass es für sie ansonsten um eine Freiheitsstrafe oder um eine sehr hohe Geldstrafe ginge.

Die 200 Euro, die sie als Auflage ursprünglich zahlen sollte, hatte sie zur Verhandlung mitgebracht. Doch das Gericht forderte nunmehr noch eine Entschädigung für das Handy des Opfers. Deshalb fiel die Geldauflage höher aus. Die Angeklagte sollte 400 Euro zahlen. Daraufhin übergab sie noch im Gerichtssaal 200 Euro dem Rechtsanwalt der Nebenklage. Die restlichen 200 Euro soll sie in monatlichen Raten von 50 Euro zahlen.

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