Auch Nachbarschaft gehört zur Kultur

Nach der Renovierung hat der Deckerbergverein in Mittweida schon Pläne für die Wiedereröffnung. Sie drehen sich um Kunst, Kultur und Nachbarschaft.

Mittweida.

Bis Ende März sollen die Bauarbeiten im Domizil des Deckerberg-Vereins in Mittweida noch andauern. "Ich hoffe, dass wir dann wieder öffnen können", sagt Vereinschef Arno Bast. Der Verein habe die Zeit der coronabedingten Schließung genutzt und über weitere Angebote nachgedacht. So wird zur Wiedereröffnung die Ausstellung "Visit Cuba" fortgesetzt, bei der die Werke des Gersdorfer Künstlers Franko Finster gezeigt werden.

Der Verein hat aber noch mehr Ideen. "Kultur ist nicht nur die musikalische oder künstlerische Art. Die Architektur, die Essenskultur und die Handwerkskunst gehören auch dazu", sagt Bast. Zum Thema Gartenkultur war im vergangenen Herbst ein Obstbaumschnitt geplant. Diese Veranstaltung musste aber wegen Corona abgesagt werden. Für die Essenskultur überlege der Verein einen Workshop zu gesundem Essen anzubieten.

"Für Oktober planen wir eine Ausstellung über erzgebirgische Handwerkskunst", kündigt Bast an. Dabei sollen nicht nur die fertigen Figuren präsentiert werden, sondern auch die Skizzen des Künstlers, um so den handwerklichen Werdegang zu erläutern. Auch die Umwelt gehöre laut Bast zur Kultur, so wolle er das Teleskop der Johann- Gottlieb-Fichte-Oberschule wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Nach der Renovierung wird es im Vereinsgebäude eine Toilette und eine Teeküche geben. "So kann ich auch das Bernsteinschleifen für die Kinder anbieten", sagt der Vereinschef. Denn für das Schleifen wird Wasser gebraucht. Gegen eine kleine Gebühr können die Kinder dann eine Bernsteinkette basteln und mit nach Hause nehmen. In den Vereinsräumen sind ungeschliffene Bernsteine und weitere Fossilien ausgestellt. Geplant sind außerdem Lesungen von örtlichen Schriftstellern, wie Peter Löw, der laut Bast nicht weit vom Vereinsgebäude wohnt. "Ich sehe noch sehr viel Potenzial für Veranstaltungen in Mittweida und der Umgebung", erklärt Bast.

Neben den Veranstaltungen, sollen die Räumlichkeiten auch für die Nachbarschaft zugänglich gemacht werden. Denn auch diese sei eine Kultur, so Arno Bast. Die Vereinsräume sollen ein Treffpunkt werden, wo man ganz gemütlich einen Kaffee trinken, Karten oder Schach spielen kann. Auch die vorhandenen Instrumente, wie das kürzlich erworbene Klavier, sollen frei zur Verfügung stehen. "Es soll wieder ein Miteinander sein, das die Leute gerade jetzt vermissen", erklärt der Vereinschef. Zusätzlich können die Räume des Deckerbergvereins gegen eine kleine Gebühr für verschiedene Kurse gemietet werden. "Es gab schon Anfragen von einer Yoga-Gruppe", berichtet Bast. Auch für den einzelnen Musikunterricht außerhalb der Schule können die Räume genutzt werden, Instrumente sind vorhanden.

Weiterhin sollen die Räume auch für kleinere Familienfeiern zur Verfügung stehen. "Dahinter steckt auch ein wirtschaftlicher Grund", sagt Arno Bast. "Da zurzeit keine Veranstaltungen stattfinden, haben wir auch keine Einnahmen", so der Vereinschef. Derzeit werden die anfallenden Kosten von Mitgliedsbeiträgen und Spenden gedeckt. "Ich weiß, dass die Leute gerade andere Sorgen haben", sagt Bast. Trotzdem würde sich der Verein über weitere Spenden freuen. Auch Ideen für den Verein seien jederzeit gefragt.

Kontakt: Wer Ideen hat oder Spenden will kann sich bei Arno Bast unter der Telefonnummer 0172 7860703 melden.

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