Auf Suche nach Berufsnachwuchs

Zur Mittweidaer Ausbildungsmesse zeigten am Wochenende 101 Aussteller den rund 1600 Besuchern, welche Karrierewege es in der Region Mittelsachsen gibt.

Mittweida.

Kaum hatten sich die Tore zur diesjährigen Ausbildungsmesse "Schule macht Betrieb" geöffnet, füllte sich die Sporthalle am Mittweidaer Schwanenteich mit interessierten Schülern und Eltern.

101 Aussteller präsentierten den Jugendlichen ein breites Spektrum möglicher Ausbildungsberufe - von A wie Altenpfleger über Packmitteltechnologen bis hin zu Z wie Zerspanungsmechaniker. "Wir haben damit genauso viele Besucher wie im vorigen Jahr und sind sehr zufrieden mit der Resonanz", sagte Projektassistentin Caroline Mitev von der GIZEF GmbH, die in Koordination mit dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft in Mittelsachsen die Ausbildungsmesse organisiert. Zum fünften Mal gibt es diese Messe, die außerdem am 14. September im Deutschen Brennstoffinstitut Freiberg und am 21. September im Sport- und Freizeitzentrum "WelWel" in Döbeln stattfindet.

Etwa zehn Prozent der teilnehmenden Unternehmen sind auf allen drei Messen präsent, ansonsten werben regionale Firmen und Unternehmen an den jeweiligen Standorten. Das gefiel auch Sandra Baldrusch, die mit ihrer Tochter gekommen war. "Schön, dass sich so viele regionale Firmen vorstellen. Da weiß man einerseits, was es alles hier gibt. Und andererseits können die Jugendlichen eine Ausbildung in der Region machen."

Die WSG Waldheimer Speditionsgesellschaft ist schon mehrmals dabei und möchte dadurch auch in der Mittweidaer Region bekannt werden. "Wir bieten Schnuppertage an. Das hat sich bewährt. Dadurch können sich die Schüler in der Praxis umschauen, denn hier kann ich nur Theorie vermitteln. Erstmals konnten wir von neun Azubi-Stellen nur zwei besetzen. Wir suchen also noch", berichtet Anke Brückner, Assistentin der WSG Logistik.

Über viele interessierte Besucher freute sich auch die Firma Selbmann Elektroanlagen aus Penig. "Viele Jungen und zwei Mädchen haben sich bisher für ein Praktikum interessiert und wollten schon mal wissen, welche Aufgaben auf sie warten. 2018 konnten wir leider keine Lehrlinge ausbilden. Nun suchen wir mindestens zwei", erzählt Toni Heinig, Planer und Bauleiter.

Erfolg konnte die Multi-Agrag Claußnitz GmbH verzeichnen. "Vor zwei Jahren hatten wir einen Auszubildenden, der über die Ausbildungsmesse gekommen war. Wir finden es gut, auf solch einer Messe unsere Berufe den Jugendlichen näher vorzustellen. Auch Fragen für ein Studium müssen wir öfters beantworten. Ich bin das erste Mal an unserem Stand und bin begeistert, wie gut gemischt die Stände sind", lobt Tina Lutz, die für die Ausbildung zuständig ist.

Der DRK-Kreisverband Döbeln-Hainichen nutzte die Gelegenheit, bei der Messe neue Ausbildungsberufe vorzustellen. "Viele wissen nicht, dass man bei uns nicht nur in der Pflege und im Rettungsdienst arbeiten kann. Wir bilden jetzt auch Kauffrauen, Köche und Physiotherapeuten aus", sagte Ramona Schauer.


Warum junge Leute die Messe "Schule macht Betrieb" in Mittweida besucht haben - "Freie Presse" hat sich umgehört

Teresa Baldrusch aus Stein: Die 13-Jährige möchte gern Erzieherin im Hort werden und kam deshalb zur Messe nach Mittweida. Dass sie dafür fünf Jahre lernen muss, überraschte sie dann aber. Denn die Ausbildung umfasst erst zwei Jahre Qualifizierung zum Sozialassistent und drei weitere Jahre zum Erzieher. "Das wusste ich bisher noch nicht, aber es wäre mir egal. Gefallen hat mir auch ganz sehr der Stand vom Best Western Hotel am Schlosspark. Ich interessiere mich nun auch für ein Praktikum dort, um mal zu sehen, ob mir Hotelfachangestellte auch gefallen würde", sagt sie. (fun)

Katharina Strecker aus Burgstädt: Sie strebt nach ihrem Abitur am Burgstädter Gymnasium ein Studium an. "Ich kann mir gut vorstellen, Jura zu studieren. Auch Sozialpädagogik wäre eine Option. Falls mein Notendurchschnitt nicht ausreicht, suche ich eine alternative Ausbildung hier auf der Messe. Erzieherin könnte ich mir noch vorstellen, da ich auch schon in meinem alten Hort ein Praktikum gemacht habe", erklärt die Gymnasiastin, die sich mehr Studienangebote auf der Messe gewünscht hätte. Das Angebot der Firmen, ein Praktikum zu absolvieren, findet sie gut. (fun)

Ricardo Schröter aus Mittweida: Der 14-Jährige kam mit genauen Vorstellungen zur Ausbildungsmesse in die Sporthalle am Schwanenteich. "Ich will auf jeden Fall einen handwerklichen Beruf erlangen und schaue deshalb gezielt nach solchen Firmen. Am besten würde mir etwas mit Holz gefallen", erklärt Ricardo Schröter, der in der Fichte-Schule in der 8. Klasse lernt. "Er hat schon oft bei seinem Vater in der Firma mitgeholfen und deshalb den Bezug zum Holz und zum Handwerk. Wir nutzen die Messe, um auch andere Berufszweige zu entdecken", ergänzt seine Mutter. (fun)

Ilja Sukhanov aus Freiberg: Er ist mit seiner Familie angereist. "Wenn die Messe in Freiberg ist, habe ich keine Zeit, deshalb sind wir nach Mittweida gefahren. Ich werde auf jeden Fall nach meinem Abitur ein Studium aufnehmen und möchte Mathematik in Dresden oder Freiberg studieren", sagt er. Er wolle sich über die verschiedenen Berufsfelder informieren. "Der Besuch hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Ich fand die Stände der Firmen und Unternehmen sehr spannend. Und es war interessant, wie sie sich präsentiert haben", berichtet der 17-Jährige. Sein Vater lobte die Vielfalt der Aussteller. (fun)

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