Bäckerei-Grundstück: Zukunft unklar

Bereits vor Jahren sollte ein Wohnhaus mit Café neben dem Medienzentrum der Hochschule eröffnen. Doch auf dem Gelände tut sich wenig.

Mittweida.

Ein Café und Wohnungen für Studenten direkt neben dem schmucken Medienzentrum der Hochschule Mittweida: Das war lange der Plan der Bäckerei Illgen. Sieben Jahre ist es her, dass das Familienunternehmen aus Großschirma den ehemaligen Schandfleck - ein marodes Wohn- und Geschäftshaus - neben dem Hochschulgelände wegreißen ließ. Das Gebäude hatte zuvor jahrelang leergestanden. "In einem Jahr sollten wir hier dann die Eröffnung feiern können", kündigte Geschäftsführerin Peggy Illgen an. Das war im Februar 2013.

Seither hat sich nicht viel getan auf dem Grundstück an der Bahnhofstraße 9. Das Gelände liegt brach, lediglich ein Verkaufsanhänger der Bäckerei wurde neben dem repräsentativen Hochschulbau platziert. Wie es dort weitergehen soll, will Peggy Illgen auf Nachfrage von "Freie Presse" nicht beantworten. Die Überlegungen zum Grundstück gingen aktuell in verschiedene Richtungen, schreibt sie lediglich.

"Die Bäckerei Illgen hat eine Baugenehmigung von 2014 für ein Wohn- und Geschäftshaus mit Café im Erdgeschoss", erklärt Mittweidas Stadtsprecherin Francis Pohl auf Anfrage. Eine Baugenehmigung sei im Regelfall drei Jahre gültig, könne aber auch verlängert werden. "Die Baugenehmigung gilt allerdings nur für das beantragte Bauvorhaben", betont Pohl. Bei Änderungen des Bauvorhabens oder der Planung müsse je nach Umfang gegebenenfalls ein neuer Antrag gestellt werden.

Auf die Frage, welche Informationen der Stadt derzeit über einen möglichen Neubau auf dem Gelände vorliegen, verrät Pohl: "Es gibt immer mal Aussagen zu möglichen Änderungen." Bislang lägen der Stadt aber keine aktuellen Unterlagen oder Anfragen vor. Und was sagt die Stadt zu der prominent gelegenen Baulücke? "Wir sind bestrebt, vorhandene straßenbegleitende Bebauung zu erhalten beziehungsweise Baulücken zu schließen", so Pohl.

Deutlicher äußert sich Hochschulsprecher Helmut Hammer. "Für die Studierenden und Beschäftigten im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit ist der Verkaufswagen für Kaffee und Backwaren gleich nebenan auf derselben Straßenseite ein Angebot, das gut angenommen wird", stellt er zwar fest. "Unbefriedigend ist aber der optische Eindruck, den die schon lange brachliegende Fläche neben dem 2014 eingeweihten Hochschulneubau hinterlässt. Es wäre aus Sicht der Hochschule schön, dort würde bald ein Gebäude entstehen, das sich gut einfügt." Peggy Illgen hatte sich zuletzt im Sommer 2016 öffentlich zu derartigen Plänen geäußert. Damals gab sie an, die Finanzierung müsse noch geklärt werden. Auf 600.000 Euro bezifferte sie die Kosten. Laut Stadtsprecherin Francis Pohl ist nicht ausgeschlossen, dass innerhalb des Stadtumbaugebiets "Innere Bahnhofstraße und Schwanenteich" auch öffentliche Gelder in die Schließung der Baulücke fließen könnten. Ob eine Förderung wirklich möglich ist, müsse jedoch erst geprüft werden.


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