Baumschutz kommt auf die Tagesordnung

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Nachdem im Freistaat ab März eine Novelle des Naturschutzgesetzes gilt, dürfen Kommunen umfassendere Regeln für das Fällen von Bäumen auf Privatgrundstücken aufstellen. In der Region werden sich Gemeinde- und Stadträte damit befassen.

Mittweida.

Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) hat die Änderungen im Naturschutzgesetz als "wirksamen Schutz von Bäumen und anderen Gehölzen" gepriesen. So gelten künftig weniger Ausnahmen beim Schutzstatus von Bäumen. Und der Umweltminister erwartet, dass die Kommunen ein Stück Gestaltungsfreiheit erhalten. Aber teils müssen Gemeinden und Städte auch in der Region Mittweida neue Baumschutzsatzungen erlassen.

Hainichen ändert nichts: Die Stadt Hainichen sieht derzeit keinen Handlungsbedarf, an der aktuellen Holzschutzsatzung etwas zu ändern, wie Oberbürgermeister Dieter Greysinger erklärte. "Als vor rund zehn Jahren der Freistaat die Möglichkeit geschaffen hat, die Baumschutzsatzungen aufzuheben, hat die Stadt Hainichen davon nicht Gebrauch gemacht." Die aktuelle Holzschutzsatzung sei rund acht Jahre alt. "Wir haben nicht vor, an der aktuellen Situation etwas zu ändern", so Greysinger. Pro Jahr befasse sich die Verwaltung mit etwa 20Vorgängen. Darunter fallen nicht nur Fällungen, sondern auch Rückschnitte von Bäumen.

Frankenberg muss noch beraten: Die in Frankenberg vorhandene Satzung zum Schutz des Gehölzbestandes aus dem Jahr 2017 gilt vorerst weiterhin. "Über eine Änderung, Anpassung oder Neuerstellung der Baumschutzsatzung muss beraten werden", sagte Stadtsprecherin Anja Sparmann. Doch schon bisher handhabe es die Stadt so, dass alle Bäume, für die ein Antrag auf Fällung gestellt wird, vor einer möglichen Genehmigung durch einen Baumgutachter besichtigt werden. Auch Ersatzpflanzungen werden kontrolliert. Im Jahr 2019 wurden 20 Fällanträge gestellt.

Mittweida überarbeitet Satzung: Die in Mittweida gültige Satzung zum Baumschutz wird laut Stadtsprecherin Francis Pohl derzeit überarbeitet. Sie werde aber nicht im März zur Vorlage im Stadtrat beschlussreif sein. Fällanträge mussten bereits bisher beim Ordnungsamt gestellt werden. Das Antragsverfahren sei seit Jahren geübt und in der Stadt bekannt. Wie viele Fällanträge zuletzt gestellt wurden, sei nicht statistisch erfasst.

Altmittweidaer Gemeinderat muss sich positionieren: Ob Altmittweida künftig wieder eine Baumschutzsatzung bekommen soll, hängt laut Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) davon ab, wie sich der Gemeinderat positioniert. Darüber werde in einer der nächsten Sitzungen beraten. Er erwarte, dass Mittweida eine Satzung erlässt und sehe es als besten Weg, wenn Altmittweida mitzieht. Mit einer Flut von Anträgen und hohem Kontrollaufwand für das Ordnungsamt rechnet er nicht. Je nach Stammdurchmesser, ab dem eine Genehmigung gebraucht wird, rechnet er mit zehn oder etwas mehr zusätzlichen Fällgenehmigungen pro Jahr.

Satzung in Rossau hat sich bewährt: Die Gemeinde Rossau verfügt über eine Gehölzschutzsatzung, die vor 20 Jahren erlassen wurde. Sie hat sich laut Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) bewährt und soll bleiben. Unter Schutz gestellt sind Bäume ab 30 Zentimeter Stammumfang in einem Meter Höhe, manche Sträucher und Hecken, alle Ersatzpflanzungen sowie die Wurzelbereiche. Einwohner agieren nach Ansicht des Ortschefs üblicherweise vernünftig, wenn Gehölze auf privaten Grundstücken entfernt werden müssen. Es werde beispielsweise auch darauf geachtet, dass bei edlen Laubhölzern sich Fällungen und Neuanpflanzungen die Waage halten. Die nächste Pflanzaktion sei an der Ortsverbindungsstraße zwischen Oberrossau und Moosheim geplant.

Kriebstein plant noch nichts: Die Gemeinde Kriebstein hat derzeit keine Baumschutzsatzung und plant laut Bürgermeisterin Maria Euchler derzeit auch keine. "Ich werde dies mit dem Rat diskutieren, der darüber beschließen müsste", so die Rathauschefin. Derzeit werden Fällanträge außerhalb der Vegetationszeit vom 1. März bis 30. September vom Landratsamt bearbeitet.

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