Besucher fühlen sich abgezockt

Beim Lichterglanz der "Leuchtenden Paradiesgärten" gab es auch Schatten. Gäste kritisieren Mängel bei Kartenverkauf und Eintritt zur Sonderveranstaltung der Landesgartenschau.

Frankenberg.

Es sollte ein rundum schöner Abend für Rolf Steinbach und seine Begleitung werden. Doch die "Leuchtenden Paradiesgärten" am Samstag auf der Landesgartenschau hat der Chemnitzer in unguter Erinnerung. Dazu kommt: Er fühlt sich abgezockt.

"Wir standen am Samstag mit vielen anderen Besuchern 18.05 Uhr vor verschlossenen Türen am Eingang Paradiesgärten", erzählt Rolf Steinbach. Obwohl ihm 17 Uhr beim Kauf eines Tagestickets zum vollen Preis versichert wurde, dass man bis 19 Uhr alles anschauen könne. "Sie haben ja noch über zwei Stunden Zeit", habe es an der Kasse geheißen. "Dafür bekamen wir einen grünen Stempel auf die Hand", so Steinbach weiter. "Außerdem hatten wir Karten für die Lichtinstallation am Abend gekauft." An den Eingängen hätten zu diesem Zeitpunkt Schilder mit der Aufschrift "Gelände: 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit" gestanden.

Das ging dem Chemnitzer gegen den Strich. Noch vor Ort rief er im Büro der Landesgartenschau an. "Dort behauptete eine Mitarbeiterin, Einlass wäre nur bis 18 Uhr gewesen, und sie könne da gar nichts machen." An der Kasse zu den Paradiesgärten, die 18.30 Uhr wieder öffnete, entdeckte Rolf Steinbach dann noch ein Schild, dass bereits 17 Uhr geschlossen worden war, und verstand nun gar nichts mehr. Von den geänderten Einlasszeiten wusste laut Steinbach am Haupteingang niemand etwas. Dort wurde voll abkassiert. "Krönung des Ganzen war, dass gegen 18.40 Uhr plötzlich am Eingang Paradiesgärten ein Mitarbeiter der Landesgartenschau erschien und das Schild mit den Öffnungszeiten bis 19 Uhr entfernte. Mit uns waren unzählige wartende Bürger sehr erbost."

Der "Freie Presse"-Leser kritisiert die "offensichtlich chaotische Organisation und damit verbundene Vorgehensweise" als inakzeptabel und nicht nachzuvollziehen. "Wir hätten unter diesen Umständen niemals 17 Uhr noch Tagestickets gekauft und finden es unverschämt, dass man zu dieser Zeit den vollen Betrag abkassiert. Wir fühlen uns als gutgläubige Bürger regelrecht abgezockt." Die Tagestickets hatten Steinbach und Begleitung gekauft, um die komplette Gartenschau auch bei Tageslicht zu erleben.

Nun fordern die Chemnitzer den Betrag für zwei Tagestickets zurück. "Die Landesgartenschau hat sich mit mangelhaftem Management und falschen Informationen das Eintrittsgeld von uns unberechtigt erschlichen", lautet ihr Vorwurf.

Das Team der Landesgartenschaugesellschaft hat den Fall inzwischen geprüft und die Mängel eingeräumt. "Wir bedauern den Vorfall. Es ist ganz klar eine falsche Auskunft an der Hauptkasse erteilt worden", sagt Pressesprecherin Anja Sparmann. Nachvollziehen könne sie diesen Fehler nicht. Es seien die Security-Firma und die Mitarbeiter - sowohl am Info-Punkt als auch in der Geschäftsstelle - über die geänderten Öffnungszeiten schriftlich informiert worden. "Zudem haben wir die Besucher durch zusätzliche Schilder, Presseartikel und auf allen Kanälen unserer Gesellschaft über die geänderten Öffnungszeiten informiert." Dafür spricht, dass bereits in der Presseinformation zur Eröffnung des Gartenfestivals am 20. April auf die verkürzten Öffnungszeiten infolge der Abendveranstaltung im Herbst hingewiesen wurde.

Leider habe man aber das Schild am Eingang der Paradiesgärten Mühlbachtal mit den zuvor geltenden Einlasszeiten nicht rechtzeitig entfernt. "Wir bitten dies zu entschuldigen, selbstverständlich werden wir uns mit der Familie persönlich in Verbindung setzen", so Anja Sparmann weiter.

Der eigentliche Besuch der "Leuchtenden Paradiesgärten" stimmte Rolf Steinbach dann aber wieder milde. "Es hat uns sehr gut gefallen", sagt der Chemnitzer. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da: Allein am Eröffnungswochenende kamen 3500 Besucher zum Spektakel der Firma World of Lights und des Lichtkünstlers Wolfgang Flammersfeld. Die Sonderveranstaltung ist noch bis 5. Oktober allabendlich zu erleben. Die Landesgartenschau in Frankenberg geht am 6. Oktober zu Ende.

Für die täglich stattfindende Sonderveranstaltung gelten separate Eintrittspreise. Diese sind auch von Dauerkartenbesitzern zu entrichten: Erwachsene zahlen 7, Kinder und Jugendliche 2 Euro, Kinder unter 7 Jahre haben freien Eintritt. Um Wartezeiten an der Abendkasse zu vermeiden, sollte man die Karten vorab erwerben. Erhältlich sind sie an allen Kassen der Landesgartenschau sowie in der Tourist-Information Frankenberg am Markt 14. Einlass ist von 19 bis 21 Uhr nur über die Kasse am Baderberg. Der Shuttlebus verkehrt bis 23 Uhr. So lange können die Besucher auch auf dem Gelände bleiben.

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