Bürger nehmen Kretschmer in Clausnitz ins Kreuzfeuer

Es war ein Dialog auf Augenhöhe, den der Ministerpräsident jetzt mit seinen Zuhörern führte. Bundespolitik interessierte auch, aber weniger. Es waren die Probleme vor Ort, die bewegten.

Clausnitz.

Das Interesse ist enorm gewesen - auch aus Freiberg und Dresden kamen am Dienstagabend die Besucher nach Clausnitz, um Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf den Zahn zu fühlen. Probleme und Sorgen brachten sie reichlich vor: Es fahren nicht nur zu wenige Busse, zwischen manchen Dörfern verkehrt sogar keiner mehr, hieß es einmal. Wie es gelingt, die Schulen im Ort zu erhalten, fragte jemand anderes. Das Spektrum war weit und reichte von der Kommunal- bis zur Bundespolitik. Doch die Herausforderungen vor Ort, mit denen die Menschen täglich betroffen sind, nahmen deutlich mehr Raum ein.

Stichwort: Bauen im Außenbereich. Das Reglement treibt Häuslebauer regelmäßig die Sorgenfalten auf die Stirn. "Hier brauchen wir mehr Flexibilität", sagte Regierungschef Kretschmer und versprach, sich für ein Weniger an Bürokratie stark zu machen. Thema: Schulen im ländlichen Raum. Hier sicherte der Ministerpräsident zu, sich für die weitere Sanierung von Bildungseinrichtungen einzusetzen, zudem für eine durchgängige Buslinie von Olbernhau bis Dresden. Hier mahnte ein Zuhörer an, dass dies auch wichtig sei, um Fachärzte etwa in Dippoldiswalde besser zu erreichen. Auch Windkraft spielte eine Rolle, das Vertrauen in die Politik und am Rande auch die Zuwanderungsfrage und die Asylpolitik.

Die Debatte war bis auf Ausnahmen sachlich. So provozierte beispielsweise Peter Moser aus Neuclausnitz mit dem Satz: "Merkel ist Satanistin." Davon ließ sich Kretschmer nicht aus der Ruhe bringen. "2015 hat sie Fehler gemacht. Das ist total ärgerlich. Aber sie hat viel erreicht", parierte der Regierungschef vor den mehr als 200 Zuhörern und verwies auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, von der in Deutschland kaum etwas zu spüren war. "Wir stehen heute gut da."

Bürgermeister Michael Funke zog im Nachgang ein positives Fazit. "Der Ministerpräsident hat uns viel Hoffnung gemacht, dass wir in den nächsten Jahren einiges bewegen können", sagte er gestern. So soll zum Beispiel ab April der erste Abschnitt der S 185 in Holzhau saniert werden, ab Juli 2020 folgt der weitere Abschnitt bis Rechenberg.

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