Chinaseuche: Offenbar Tiere in der Region betroffen

Während Tierärzte von Todesfällen in Kaninchenbeständen berichten, sieht das Landratsamt keinen Anlass zur Warnung. Züchter sind für die beginnende Ausstellungssaison dennoch optimistisch.

Mittweida.

Erst vor wenigen Tagen hatte das Landratsamt des Erzgebirgskreises Kaninchenzüchtern dringend empfohlen, ihren Bestand impfen zu lassen, nachdem vermehrt Fälle der sogenannten Chinaseuche aufgetreten waren. Nun berichtete ein Tiermediziner der Mittweidaer Gemeinschaftspraxis von Verdachtsfällen aus der hiesigen Region. Von der für Kaninchen unheilbaren Chinaseuche, auch Rabbit Haemorrhagic Disease (kurz: RHD) genannt, seien Tiere in Lichtenau und Rossau betroffen gewesen. Ihm hätten auch Kollegen von Verdachtsfällen berichtet. Teils habe sich der Verdacht auf den RHD2-Virus bestätigt.

"Das Virus ist unterwegs. Kaninchenhalter sollten jetzt darüber informiert werden, damit sie ihre Tiere noch impfen lassen", so der Tierarzt. Damit erinnerte er an die Folgen der Chinaseuche vor zwei Jahren, als in der Region Mittweida viele Kaninchen gestorben waren.

Das Landratsamt Mittelsachsen sieht hingegen noch keinen Anlass für eine öffentliche Warnung der Züchter. Auf Nachfrage der "Freien Presse" bestätigte dessen Sprecherin Cornelia Kluge zwar Berichte von praktischen Tierärzten, wonach es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Todesfällen in Kaninchenbeständen im Landkreis gekommen sein soll. Aber dem zuständigen Veterinäramt liegen laut der Sprecherin für dieses Jahr noch keine Untersuchungsergebnisse mit dem Nachweis des RHD-Virus vor. Zudem handele es sich weder um eine anzeige- noch um eine meldepflichtige Tierseuche. Deshalb gebe keine Zahlen zum Auftreten dieser Seuche, so Kluge. Hier sei das Amt auf die Hinweise der Tierärzte und der Tierhalter angewiesen. Erst wenn dem Amt vermehrt Informationen zu Krankheitsausbrüchen vorliegen und sich der Verdacht auf RHD nach der Sektion in der Landesuntersuchungsanstalt bestätigt hat, wäre eine Information der Öffentlichkeit möglich.

Ein Thema ist die Vorsorge vor der Chinaseuche bei Züchtern der Region aber schon jetzt. So auch beim Verein Schönborn-Dreiwerden. "Alle Mitglieder lassen jedes Tier impfen", erklärt der Vorsitzende Achim Conrad. "Wer bei uns ausstellen will, muss geimpft haben." Der Verein sorgt für den Auftakt der Ausstellungssaison der Rassekaninchenzüchter in der Region. Am 19. und 20. Oktober sollen mehr als 100 Rassetiere im ehemaligen Rathaus in Seifersbach präsentiert werden. Schon vor zwei Jahren, als in einigen Orten Züchter den Verlust vieler Tiere durch die Seuche beklagten, hätten Vereinsmitglieder ihre Tiere gegen die Virenstämme RHD1 und die mutierte Version RHD2 geimpft "Wir hatten auf einen französischen Impfstoff gesetzt, der auch teurer ist." Etwa fünf Euro pro Tier würden für eine Impfung fällig.

Der Rassekaninchenzüchterverein Mittweida, der seine Vereinsschau am 26.und 27. Oktober in Altmittweida durchführt, ist nicht von der Seuche betroffen. "Im Verein ist derzeit nichts bekannt", sagte Brigitte Spreer vom Vorstand. In den vergangenen Jahren habe es zum Teil hohe Verluste durch die Seuche gegeben. Ein Mitglied habe die Zucht deshalb aufgegeben. Dass es in der Region nun wieder mehrere Fälle gibt, sei ihr bekannt.

Laut Dietmar Rudolph, Vorsitzender des Kreisverbandes der Kaninchenzüchter Mittweida, gebe es im Verband keine Hinweise auf Verdachtsfälle. "Wenn Seuchenfälle auftreten, dann vermute ich, dass es sich um nicht im Verband organisierte Tierhalter handelt, die einfach nicht impfen lassen haben."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...