Das Abenteuer wartet in Lauenhain

Aufgrund von Corona bevorzugen viele einen Urlaub in der Heimat. Davon profitieren auch die Freizeitoasen in der Mittweidaer Region. Zum Ferienstart kamen Gäste aus ganz Deutschland.

Mittweida.

Für die Thüringer Freizeitkapitäne gab es am ersten Ferienwochenende auf dem Zschopaufluss eine Premiere: Mit neuen Kanus startete Chris Harras am Sonntag in Lauenhain mit einer Gruppe junger Leute in die Ferienfreizeit. Die Wassersportgeräte wurden gemeinsam aufgepumpt, bevor sie ihre Jungfernfahrt auf der Zschopau antraten. "Bislang haben wir unsere Kanus allein einem Test auf der Werra unterzogen, doch jetzt wartet hier das richtige Abenteuer", zeigte sich der Betreuer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Eisenach vom idyllisch gelegenen Abenteuercamp angetan. "Am Freitag hatten auch wir in Thüringen den letzten Schultag, und am Sonnabend ging es mit der Gruppe ab nach Mittelsachsen", erzählt der Erzieher, der erstmals mit seinen Schülern am Fuße der Burg Kriebstein verweilt. "Mittweida hatten wir schon längerfristig ausgewählt, insofern musste unsere Tour coronabedingt nicht umdisponiert werden. Nachdem im Vorjahr eine andere Awo-Gruppe hier erlebnisreiche Ferientage verlebt hatte, gaben sie uns den Tipp weiter", berichtet Chris Harras.

Für die Gastgeber im Abenteuer-Erlebniscamp ein Grund für Optimismus. "Es zieht wieder ein Stück mehr Normalität ein, nach den harten Stillstandzeiten ist das ermutigend", erklärt Geschäftsführer Heiko Rudolph. Die Nachfrage steige, auch wenn die weitere geschäftliche Entwicklung noch nicht abzuschätzen sei. Und Rudolph konnte zumindest am ersten Ferienwochenende Gäste aus anderen Regionen begrüßen, vor allem Gruppen, weniger Individualtouristen. Das Zschopautal scheine bekannter zu werden.

Auch Manfred Markgraf kann den Trend bestätigen, dass die Region mehr Gäste aus verschiedenen Bundesländern anzieht. Der Mittweidaer hatte am Wochenende das Amt des Fährmannes der Querseilfähre Anna bei Krumbach inne. "Aktuell wecken wir mit unserem Angebot mehr Interesse als im gleichen Zeitraum des Vorjahres", erklärt der 70-Jährige. Die Nachfrage aus vielen Regionen Deutschlands sei gestiegen. "Dafür dürfte auch der Werbeauftritt sorgen, den Facebook Deutschland im Vormonat über unsere kleine technische Sehenswürdigkeit in die Netzwerke gestellt hat", so Markgraf. Neben Berliner Gästen und Besuchern aus dem Schwarzwald konnte der Fährmann auch Niederländer über die Zschopau bringen. "Diese haben auf dem Campingplatz in Ottendorf Station gemacht und sind auf uns neugierig geworden." Via Internet ist auch Familie Hermann aus Leipzig auf die Gaststätte "Wasserschänke" sowie die Fähre Anna in Krumbach gestoßen. "Als leidenschaftliche Wanderer starten wir Woche für Woche unsere Touren neu. Dabei greifen wir gern Hinweise im Internet auf, gehen so auf Entdeckertour durch die Heimat", erklären Hermanns. In der Vorwoche seien sie in Kriebstein gewesen, am vergangenen Wochenende in Krumbach. "Hauptsache raus aus der Großstadt, so unsere Devise. Den Jahresurlaub werden wir demnächst eine Woche an der Ostsee verbringen."

Der Sonnenlandpark Lichtenau war am Sonntag erstmals Ausflugsziel für Anja Dombrowski, ihren Mann und den zwei Kindern. "Eine Freundin hat uns die Einrichtung empfohlen. So haben wir uns kurz entschlossen auf die 90-minütige Fahrt begeben", erzählte die Cottbusserin. "In diesem Jahr setzen wir auf Wochenendausflüge, unternehmen Tagestouren. Denn mit dem Schulanfang unserer Tochter Leonie wartet der eigentliche Jahreshöhepunkt auf unsere Familie", so Anja Dombrowski weiter.

Doch nicht nur bei den Lausitzern war der Sonnenlandpark Anlaufpunkt zum Ferienstart. Schon in den frühen Mittagsstunden trafen Berliner, Münchner und Essener Gäste ein. Vor allem Tagestouristen steuerten die Freizeitoase an. Die Betreiber freuten sich aber auch über die spürbare Nachfrage von internationalen Besuchern. So reihten sich am Wochenende Schweizer und Iren in die Kassenschlange ein.

Matthias Hamisch und seine Familie waren am Sonntag erstmals auf der Burg Kriebstein. "Via Internet ist mir der Besuch empfohlen worden - und dies über eine Veranstaltungsseite in meiner Studienstadt Leipzig", berichtet der Potsdamer. Er habe in der Messestadt einen Besuch vorbereitet. In diesem Zusammenhang sei ihm der Reisevorschlag zur Burg Kriebstein gemacht worden. Bis zu 500 Gäste zählten die Veranstalter unter der Woche schon auf der Märchenburg, die auch ihre Führungen wieder anbietet. Zu den internationaler Gäste gehörten auch Dänen.

Zudem wirbt das "Schlösserland Sachsen" bis zum Ende der sächsischen Sommerferien am 30. August mit einer Sommerkampagne unter dem Motto "My Home is my Castle - Warum in die Ferne schweifen? Raus ins Schlösserland Sachsen!" für einen Besuch in den schönsten Schlössern, Burgen und Gärten Sachsens, so zum Beispiel auch im das Schloss Rochsburg, der Augustusburg, im Schloss Freudenstein in Freiberg oder im Klosterpark Altzella in Nossen. Damit sollen mehr Menschen während ihres Sommerurlaubs nach Sachsen gelockt werden.

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.