Die Party nach der Party - Techno in der Region

Discjockeys drehen an mehreren Orten der Region die Boxen auf. Einer von ihnen verrät, warum er keine Musikwünsche entgegen nimmt.

Hainichen/Eppendorf.

Es beginnt ganz langsam. Ein einzelner Ton, der sich alle paar Sekunden wiederholt. Dann kommt eine Bassfolge hinzu. Stück für Stück baut sich der Underground-Techno auf. Die monotone, fast düstere Musik schallt bald laut durch die große Halle. Fensterscheiben vibrieren. Es wird getanzt.

Als auf dem Parkfest in Hainichen gegen Mitternacht die Buden schließen, füllt sich die Halle der Agrargenossenschaft: "Ich bekomme Bauchkribbeln hier", sagt Discjockey (DJ) Roberto Pacatezza, der eigentlich Roberto Feldmann heißt. Der 32-Jährige gehört zur Technofeel Crew, einer Gruppe Disk Jockeys aus Hainichen. Inzwischen wohnt Feldmann zwar in Dresden, doch einmal im Jahr ist er mit seinem Team beim Festival "Hainichen bei Nacht" dabei, das sich ans Parkfest anschließt. "Die Musik mache ich immer aus dem Bauch heraus", sagt Feldmann. Für einen DJ sei ein Gefühl fürs Publikum entscheidend. Daher beobachtet er die Tanzenden sehr genau. Meistens komme er eine Stunde vor seinem Einsatz, um dem Kollegen vor ihm zuzuhören. "Dann kann ich direkt mit dem passenden Track an die Stimmung anknüpfen", sagt der 32-Jährige.

Auch wenn er gerne in Dresden lebt, hat die Techno-Szene in Hainichen etwas Besonderes für ihn. Hier sei es nicht so anonym wie in den großen Clubs mit Tausenden Besuchern. DJ Pacatezza hat auch schon im Club Berghain in Berlin aufgelegt. Doch bei großen Events sei der DJ vom Publikum abgekapselt. "In Hainichen kommen die Leute auch mal ans Pult", sagt er. Musikwünsche nimmt er aber trotzdem nicht entgegen. Jeder DJ habe schließlich seinen eigenen Stil.

Ein letzter Rest Sonnenlicht glimmt lila am Himmel, als Eppendorf erwacht. Der Bass ist schon von ferne zu hören. Im Eppendorfer Bad, gab es am Wochenende beim Festival "Berlin meets E-Town" elektronische Musik unter freiem Himmel. 30 Berliner - Disk Jockeys und Fans - haben ihre Zelte aufgeschlagen.

Vor etwa vier Jahren lernte Marco Schulze, der Leiter einer Berliner Veranstaltungsfirma, Laura Kaden vom Eppendorfer Jugendklub auf einem Musikfestival kennen. Der Kontakt hielt. Als Schulze beschloss, seinen Geburtstag mit den Eppendorfern gemeinsam zu feiern, wurde aus der Party das erste "Berlin meets E-Town". "Wir wollten das einfach mal ausprobieren, mehr so zum Spaß", sagt Schulze. Der Zulauf überraschte ihn. Etwa 150 Besucher zählte er pro Tag. Da war klar, dass das ganze wiederholt werden sollte.

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