"Dieser Ort lebt mit den Bürgern"

Günter Schindler, Leiter der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte Niederwiesa, über das zurückliegende Jahr, kommende Jubiläen und Pläne für die Dauerausstellung

Niederwiesa.

Die AG Ortsgeschichte Niederwiesa ist ins neue Jahr gestartet. Wie an jedem ersten Montag eines Monats trafen sich die Mitglieder im früheren Leschgut und öffnen auch die dortige Dauerausstellung. Günter Schindler (69) leitet die Arbeitsgruppe.

Freie Presse: Mit drei Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen außer Haus - im Kastanienhof, in der Schauweberei Braunsdorf und im Pfarrhaus - war 2018 für Ihre AG ein sehr aktives Jahr. Sind Sie zufrieden?

Günter Schindler: Unsere Bilanz ist positiv. Wir haben im Kastanienhof Menschen erreicht, die sich selbst noch an vieles aus der Ortsgeschichte erinnern können. Wir waren zum Jubiläum der Kirchweihe bei der Kirchgemeinde zu Gast, deren Archive für Heimatforscher immer wichtig sind. Und wir haben in Braunsdorf nicht nur mit anderen Ortschronisten, der Bibliothek und dem Haus dort zusammengearbeitet, sondern auch jungen Leuten von der Oberschule. Außerdem haben wir neue Themen erarbeitet, etwa zu den Fotopionieren Clemens und Guido Seeber und der Seeber-Villa.

Was war für Sie der Höhepunkt?

Einer war auf jeden Fall das Sommerfest der Feuerwehr im Juni. Am Festwochenende haben wir auch unsere Dauerausstellung offengehalten und konnten zusätzliche Besucher begrüßen. Und Ende des Jahres ist von Ekkehard Kühnrich eine überarbeitete Neuauflage über die Einwohner im Kirchspiel Oberwiesa von 1515 bis 1875 erschienen. Familiengeschichte ist ein Thema, zu dem wir viele Anfragen bekommen.

Was haben Sie für 2019 geplant?

Wir haben "110 Jahre Turnerschaft Niederwiesa". Die Sportler machen ihre Ausstellung selbst, aber wir wollen darüber sprechen, was wir beisteuern können. Wir haben "150 Jahre Eisenbahn Chemnitz- Dresden". Und wir wollen unsere Mediathek erweitern. Wir besitzen 107 Fotoplatten von Seeber. Die wollen wir digital zugänglich machen.

Ihre Dauerausstellung ist seit 2006 zu sehen und seither Stück für Stück erneuert und ergänzt worden. Was haben Sie dort vor?

Wir wollen die Darstellungen zur Kindereinrichtung und zur Schule erweitern. Da planen wir, einen Schultag der Vergangenheit und einen der Gegenwart zu zeigen.

Warum lohnt es sich, sich in Niederwiesa mit Ortsgeschichte zu beschäftigen?

Wenn man die Entwicklung Niederwiesas betrachtet, muss man sagen, der Ort lebt mit den Bürgern. Wir müssen das alles erfassen, weil wir irgendwann in einem Alter sind, dass wir es nicht mehr mündlich erzählen können. röpf

Die Ausstellung in der Chemnitzer Straße 1a in Niederwiesa ist an jedem ersten Montag im Monat, jeweils 14.30 bis 17 Uhr geöffnet, die Mediathek jeden dritten Montag im Monat zu den gleichen Zeiten. Führungen können unter Mobiltelefon 0152 52197399 vereinbart werden.

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