Ein kleiner Bach bereitet den Kriebsteinern große Sorgen

Die Gemeinde kommt mit der Pflege des Mortelbaches nicht mehr hinterher. Anwohner befürchten Überflutungen bei starkem Regen. Kann eine Fremdfirma das Problem lösen?

Kriebstein.

Anwohner und die Kriebsteiner Gemeindeverwaltung beobachten derzeit den Wassermangel des Mortelbaches mit Sorge. Doch das ist nicht das einzige Problem: Bei Starkregen nach langer Trockenheit könnte der Bach in Grünlichtenberg in kurzer Zeit Flächen überschwemmen und Keller überfluten. Denn der harte, ausgetrocknete Boden kann nur wenig Wasser aufnehmen. Die abfließenden Wassermengen könnten sich im schlimmsten Fall dort aufstauen, wo der Bachlauf verschlammt und zugewachsen ist.

"Unser größtes Problem ist die Pflege des Baches. Im Sommer wuchert er immer zu", sagte Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler). Die Mitarbeiter des Bauhofes kämen mit dem Freihalten nicht hinterher. Der Pflegeaufwand für die rund zwei Bachkilometer im Ortsteil sei sehr hoch, erklärte sie.


Der neue Gemeinderat wird sich mit dem Thema im September befassen. Dabei soll es darum gehen, ob die Gewässerunterhaltung an eine Firma übertragen werden soll. "Da wir noch nie eine Ausschreibung für Pflegemaßnahmen veröffentlicht haben, wollen wir diese Ausschreibung mit einer Firma umsetzen", so Euchler. Die Ausschreibungs-Erstellung koste die Gemeinde viel Geld, worüber entschieden werden müsse. Auch Planung und die Dienstleistungen zur Bachpflege würden Kosten verursachen, gab Euchler zu bedenken.

Schon seit Jahren ist der Mortelbach Thema im Grünlichtenberger Ortschaftsrat und im Gemeinderat. Nach den Hochwassern von 2002 und 2013 waren gefährdete Stellen erfasst worden. Anwohner waren in die Suche nach Möglichkeiten zur Vorsorge einbezogen worden. Eine Studie aus dem Jahr 2017 belegte, dass der Hochwasserschutz in einigen Bereichen am Bach nicht optimal ist. "Der Mortelbach in Grünlichtenberg ist in einem sächsischen Modellprojekt unter anderem auf Ökologie und Fließeigenschaften hin untersucht worden. Wir haben auch in Bezug auf Hochwasserschutz viele Informationen erhalten", berichtete die Ortschefin.

Im Auftrag des sächsischen Landesumweltamtes f war ein Planungsbüro ab Herbst 2016 damit befasst, ein Konzept zur Gewässerentwicklung und -unterhaltung des Mortelbaches in Grünlichtenberg zu erarbeiten. Es sollte Hochwasserschutz und Ökologie verbinden. Das Konzept mit einem Katalog empfohlener Maßnahmen liege vor, doch seien wesentliche Punkte davon noch nicht umgesetzt worden, erklärte Euchler. Die Gemeinde müsse noch fehlende Überschwemmungsflächen schaffen oder dem Bach seinen ursprünglichen Raum wiedergeben. Euchler verwies darauf, dass zwar das Gewässer der Gemeinde gehört, nicht aber die angrenzenden Grundstücke. Für einen optimalen Hochwasserschutz müssten auch private Grundstückseigentümer bereit sein, dem Bach sein ursprüngliches Bachbett zurückzugeben. Um den starken Pflanzenbewuchs zu minimieren, könnten beispielsweise Bäume gepflanzt werden, die den Bachlauf künftig besser beschatten, ergänzte Euchler.

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