Frankenberg: Erst Landesgartenschau, nun Tag der Sachsen 2022

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Binnen vier Jahren könnte Frankenberg erneut Gastgeber für ein Großereignis des Freistaates werden: Zwischen Sächsischer Staatskanzlei und Stadtverwaltung laufen Gespräche über den "Tag der Sachsen" 2022. Ein Gremium muss aber zustimmen.

Frankenberg.

Frankenberg ist Spitzenkandidat für den "Tag der Sachsen" 2022. "Für die Ausrichtung werden Gespräche mit interessierten Städten geführt", sagt Regierungssprecher Ralph Schreiber. Bei seinem jüngsten Besuch der künftigen KZ-Gedenkstätte in Sachsenburg hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Möglichkeit mit der Landtagsabgeordneten Iris Firmenich und Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich angesprochen.

Matthias Rößler, Sachsens Landtagspräsident und Präsident des Kuratoriums "Tag der Sachsen", freut sich über Kretschmers Idee. "Ich war glücklich, denn wir suchen für 2022 noch nach einer Ausrichterstadt", so Rößler am Mittwoch gegenüber "Freie Presse". Der Tag der Sachsen sei das größte Vereins- und Bürgerfest im Freistaat. Insofern biete sich Frankenberg mit seiner starken Bürgergesellschaft und dem ausgeprägten Vereinsleben als Ausrichter an. Die Stadt verkörpere sächsische Identität und industriellen Aufbruch in der Region "Mit der Landesgartenschau hat Frankenberg seine Organisationsfähigkeit unter Beweis gestellt", so der Landtagspräsident. Noch müsse der Stadtrat zustimmen. Dem würde er das Projekt auch gern persönlich vorstellen, sagte Rößler. Denkbar sei eine Stadtratssitzung als Videokonferenz.

Für Thomas Firmenich ist die Anfrage aus Dresden ein Ausdruck der Wertschätzung. "Wir haben, auch dank der Unterstützung des Freistaats, optimale Flächen zu bieten und Erfahrungen beim Projektmanagement von Großveranstaltungen", sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Gartenschau. Diese zog 2019 über 400.000 Gäste an. Neben den 5,3 Millionen Euro für deren Durchführung wurden weitere 25,5 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert, über vier Millionen davon von der Stadt selbst.

Für einen Tag der Sachsen 2022 in Frankenberg muss erneut gerechnet werden. Firmenich will ein Papier erstellen lassen, das den Stadträten eine Entscheidung für oder gegen die Bewerbung ermöglicht. Die Zeit ist knapp: Ohne Corona hätte das Kuratorium schon im Herbst 2020 den Ausrichter gekürt. Was der Rathausschef schon weiß: Für Durchführung und Infrastruktur des Festes erhielte die Stadt frei verfügbare 700.000 Euro aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs. Für weitere 100.000 Euro Zuschuss könnte sie das nötige Projektbüro aufbauen. Von Sponsoren werden in der Regel um die 250.000 Euro eingeworben. Schausteller und Standbetreiber bringen weiteres Geld. Unterm Strich rechnet Firmenich daher mit deutlich über eine Million Euro Einnahmen. Die Ausgaben lägen erfahrungsgemäß bei 1,5 Millionen Euro. "Von Kommunen, die den Tag der Sachsen durchführen, erwartet der Freistaat zudem 100.000 bis 300.000 Euro Eigenanteil", so der Verwaltungsschef.

Der Sächsische Städte und Gemeindetag (SSG) kommentiert die Gespräche so: "Der Tag der Sachsen gilt als das größte sächsische Volks- und Heimatfest. Es lockt regelmäßig zehntausende Besucher in die Gastgeberstadt, die sich damit weit über die eigene Region hinaus präsentieren kann", sagt SSG-Geschäftsführer Mischa Woitscheck. "Nachdem das Fest im vergangenen Jahr und auch für dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, wird das nächste Mal sicher ein ganz besonderes Ereignis werden." Ob die Pandemie noch Auswirkungen auf solche Großveranstaltungen haben werde, könne derzeit nicht vorausgesehen werden. Abgesehen davon stelle die Organisation eines Tages der Sachsen für jede Gastgeberstadt eine organisatorische und auch finanzielle Herausforderung dar. dahl

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