Freiberger Uni startet bei Online-Campustag durch

Erstmals stellte sich die Bergakademie Freiberg am Samstag auf ungewohnte Weise im Internet vor. Neben nützlichen Informationen kommt die Unterhaltung nicht zu kurz.

Freiberg.

Gelungene Premiere: Der erste Online-Campustag der TU Bergakademie Freiberg hat Samstag stattgefunden. Laut Uni wurde die Internetseite mehr als 1200 Mal aufgerufen. 400 Besucher nutzten das digitale Angebot. Auch die "Freie Presse" testete es. Hier das Ergebnis:

Mit einem Klick ist der Nutzer auf der richtigen Seite. Diese präsentiert sich einladend und übersichtlich. Professor Klaus-Dieter Barbknecht, der Rektor der TU, sagt in einem Video: "Normalerweise hätten wir Sie sehr gerne alle hier live an der Bergakademie in Freiberg, an dieser Technischen Universität, auf dem Campus begrüßt. Aber wir wissen alle: Zu Coronazeiten ist das schwieriger geworden, und deswegen gibt es ein neues Format."

Die TU habe eine ganze Menge Informationen vorbereitet. "Als zukünftige Ingenieure, zukünftige Techniker und zukünftige Wissenschaftler in Wirtschaftswissenschaften oder Naturwissenschaften können Sie die Zukunft dieser Welt mitgestalten", so der Rektor in dem fast zweiminütigen Video.

Als einzige Uni bundesweit bietet die Bergakademie das volle Spektrum in den geowissenschaftlichen Fächern. Abstecher zu Geotechnik und Bergbau: Helmut Mischo, Professor für Rohstoffabbau und Spezialverfahren unter Tage, erklärt in einem elfminütigen Video den Nutzen von Geotechnik und Bergbau in der Vergangenheit und heute. Dabei erklärt er auch das Berufsbild des Bergbauingenieurs, verweist auf das Forschungs- und Lehrbergwerk "Reiche Zeche" und auf mögliche Praktika in aller Welt. Kurz vor 14 Uhr will ich nach möglichen Einsatzgebieten in der Vertiefungsrichtung Bergbau fragen. Aber der Live-Chat lief nur von 12.30 bis 13.30 Uhr. Im allgemeinen Live-Chat und per Mail werden aber noch Fragen beantwortet. Andere Nutzer fragten, welche Ingenieurstudiengänge angeboten werden. Ein TU-Berater verwies auf die entsprechende Internetseite. Ein anderer Interessierter will wissen, welche Sprachnachweise für einen englischsprachigen Masterstudiengang nötig sind: "Reicht Fachenglisch im Bachelor oder die Abiturprüfung im Leistungskurs Englisch mit 1 abgeschlossen zu haben?" Die Antwort: Leistungskurs und Fachenglisch reichen nicht. Laut einem TU-Berater wird neben dem standardisiertem Sprachtest TOEFL auch der Englischtest IELTS für englischsprachige Studiengänge akzeptiert.

Es gibt eine interessante Campustour und ein recht lustiges Video über das Studentenleben in Freiberg, in dem man beispielsweise erfährt, dass die Weihnachtsfeiern der Unileute meist auf dem Christmarkt stattfinden. Etwas knapp gehalten ist der Teil "Fitness und Gesundheit". Laut Sabine Schellbach, Dezernentin der Abteilung Marketing und Studienberatung, soll hier noch etwas dazu kommen. So wäre ein Link zum Video des Unisportzentrums möglich.

Fazit: Schüler und Eltern können sich von Zuhause aus einen Überblick über das Studium und die Studienangebote verschaffen.

Dezernentin Schellbach sagt: "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden und glücklich, dass technisch alles klappt." Und sie fügt hinzu: "Was wir zum Online-Campustag als die kleine Uni in der Kürze der Zeit aufstellen konnten, zeigt die Vorteile unserer Größe und unseres persönlichen Umgangs." Die Erfahrungen vom ersten Online-Campustag sollen auch für die Nachcoronazeit genutzt werden, sagt Schellbach. "Vielleicht machen wir auch mal nur einen Chat zu einem Fachgebiet." Laut Katja Magaschütz, die Verantwortliche für das Studierendenmarketing, kamen die 400 Besucher des digitalen Campustages aus der ganz Deutschland, insbesondere aus Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern, aber zum Beispiel auch aus Spanien, Indien, Polen und Russland. "Die Videos werden wir auf jeden Fall vier Wochen im Netz lassen."

An der Hochschule Mittweida gab es im April einen ersten digitalen Studieninformationstag - mit über 3000 Aufrufen auf Youtube für den Livestream und die Videos.

www.studieren-in-freiberg.de/ campustag


Kommentar: Gute Ansätze weiter nutzen

Wie riecht es in der Mensa? Wie hallt es im Hörsaal? Wie läuft es sich vom Hörsaalgebäude zum Wohnheim? Das alles konnten die interessierten jungen Leute beim ersten Online-Campustag an der TU Bergakademie nicht herausfinden. Doch immerhin konnten sie sich zum Beispiel mit den Videos und per Live-Chat einen Überblick verschaffen.

Und so gilt für den ersten Online-Campustag, wie für so viele andere digitale Ersatzangebote in der Coronazeit auch: Es ist auf jeden Fall besser als nichts. Und es zeigt den guten Willen. Zudem gibt es gute Ansätze, die auch in der Nachcoronazeit genutzt werden können. Denn Studenten aus aller Welt können ohnehin nicht extra zum Campustag nach Freiberg kommen, um sich über Studienmöglichkeiten zu informieren.

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