Gemeinderat: Vorbehalte gegen Bauprojekt

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Ein Vorhaben der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg erregt in Reichenbach die Gemüter. Der Betrieb will in dem Kriebsteiner Ortsteil einen zentralen Standort einrichten.

Kriebstein.

Unter den Einwohnern von Reichenbach wird das Bauvorhaben der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg mit Sorge betrachtet. Sie befürchten vor allem während der Erntezeit Lärm, Schmutz und Hindernisse auf den Straßen. Ortschafts- und Kriebsteiner Gemeinderäte nehmen diese Ängste ernst. Sie haben sich in ihren jüngsten Sitzungen mit dem Bauantrag der Genossenschaft für eine neue Halle für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Werkstatt, Büros und Sozialräume befasst und in ihrer Stellungnahme die Zustimmung verweigert. "Wir haben an sich nichts gegen eine Bebauung", sagte der Reichenbacher Ortschaftsrat Gunther Kühn. Der Neubau solle keinesfalls verhindert werden. Die Anwohner forderten jedoch Sicherheit, dass alles den gesetzlichen Vorgaben entspreche, erklärte er.

Die Agrargenossenschaft will für das Bauvorhaben das Grundstück Waldheimer Straße 5 nutzen. Das Areal befindet sich am Dorfende an der Ortsverbindungsstraße von Reichenbach nach Grünlichtenberg. "Östlich vom Ort steht ein Ferkelzuchtbetrieb, am westlichen Rand wahrscheinlich bald der neue Agrarstützpunkt", beschrieb ein Reichenbacher die Situation. Die Einwohner ärgern sich laut Kühn aus mehreren Gründen über den Bauantrag, zu dem nun auch der Gemeinderat "so nicht" gesagt hat. Aus den Unterlagen gehe beispielsweise nicht hervor, wie die Genossenschaft absichern will, "dass die Gesundheit der Einwohner und die Umwelt keinen Schaden nehmen", so Kühn.

Unter anderem fehlten Prognosen, welche Lärmeinwirkungen zu erwarten seien, kritisierten Gemeinderäte. Die Reichenbacher wollten etwa wissen, mit welchen Lärmbelästigung die Menschen in der angrenzenden Wohnbebauung zu rechnen haben. Sie sorgten sich zudem, ob in der Erntezeit, an Sonn- und Feiertagen oder nachts die gesetzlichen Vorgaben zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen eingehalten werden. Im Bauantrag vermissten die Betroffenen vor allem Transparenz.

Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) möchte den Anwohnern ihre Ängste nehmen. "Ich hoffe, die Genehmigungsbehörde nimmt unsere Vorbehalte ernst und verlangt von der Agrargenossenschaft weitere Auskünfte", sagte sie. Dabei muss es nach Ansicht von Gemeinderäten zum einen um die Geräuschimmissionen gehen. Sollte sich herausstellen, dass Richtwerte überschritten werden, könnten lärmmindernde Maßnahmen gefordert werden. "Der Neubau darf nur genehmigt werden, wenn er in jeder Hinsicht den Vorgaben entspricht", sagte Kühn.

Maria Euchler sind dabei neben Lärm, Staub und Fahrzeugverkehr im öffentlichen Raum noch weitere Aspekte wichtig. "Bisher fehlen genaue Angaben zu einem Brandschutzkonzept", sagte sie. Es müsse dargelegt werden, was mit dem von der Gemeinde errichteten Feuerlöschteich auf dem Gelände der Agrargenossenschaft passieren solle. Denn der Löschteich sei laut Brandschutzbedarfsplan für das Betriebsgelände sowie den oberen Teil Reichenbachs notwendig. Aufgrund bislang unzureichender Unterlagen habe die Kriebsteiner Verwaltung dafür plädiert, in der Stellungnahme dem Bauantrag vorerst nicht zuzustimmen. Detaillierte Auskünfte zu geplanten Arbeiten und Betriebszeiten fehlten. Weitere Entscheidungen trifft nun das Landratsamt.

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