Geringswalder Visionär findet für fast alles eine Lösung

Die "Freie Presse" sucht den Mittelsachsen des Jahres 2020. Heute: Andreas Wagner, der für Basketball glüht und als Motor gleich mehrerer Vereine fungiert.

Geringswalde.

Man muss sich schon etwas ins Zeug legen, will man ihn mal in einer Ruhephase antreffen: Andreas Wagner, am Altjahresabend gerade 60 geworden, ist einer, der Stillstand nicht kennt. Und auch nicht will. Das lassen seine Ehrenämter auch gar nicht zu. Stichwort "ChemCats Chemnitz": Wagner war zehn Jahre Vereinschef. Und jetzt steckt er viel Kraft in sein Amt als Präsident der ersten Damen-Basketball-Bundesliga und trägt somit Verantwortung für alle Vereine dieser Liga. "Aktuell strukturieren wir die komplette Damen-Bundesliga um", verdeutlicht er. Die Novellierung des Grundlagenvertrages mit dem Deutschen Basketballbund als Dachverband sei längst überfällig. "Dahinter steckt recht viel Arbeit. Eine, in die man sich verbeißen und dranbleiben muss."

Ein großes Thema sei dabei die Gewinnung von Sponsoren. Ein Betätigungsfeld mit hohem Aufwand, sagt Wagner. Und eine Frage präziser Koordination, sei er doch zudem viel unterwegs, wenn Bundesligaspiele angesetzt sind.

Überhaupt ist Sport ein Sektor, der sich wie ein roter Faden durch Wagners Leben zieht. An seinem Geburtsort Milkau hängt sein Herz. "Ich bin dort zur Schule gegangen und seit 1967 Mitglied im SV Union. Das prägt. Und dann kommt der Tag, an dem es gilt, Verantwortung zu übernehmen." Die Anzahl der Mitglieder liege inzwischen bei fast 300, bemerkt er als Vereinsvorsitzender. Die Lebendigkeit des Vereins ist auch nach außen sichtbar. "Seit 2006 sind wir fast ununterbrochen am Bauen, um die Anlage in einen super Zustand zu versetzen." Wagner redet von der Kegelbahn, die rege genutzt wird, einem Spielplatz und dem Trakt mit Mannschaftsräumen, den die Fußballer nutzen und der komplett saniert worden ist. "Wir haben eine Infrastruktur mit Magnetwirkung geschaffen, die junge Leute anzieht."

Der Visionär ist längst an neuen Projekten dran. Ziel sind etwa zwei Beachvolleyballplätze, die in diesem Jahr angegangen werden und die Anlage in Milkau noch hochwertiger machen sollen. "Denn ohne gute Bedingungen kann man keinen guten Sport machen", sagt er.

Nicht zuletzt steckt der Geringswalder viel Kraft in den "Förderverein Sport und Kultur", der im September gegründet wurde. Geringswalder Enthusiasten planen einen Gebäudekomplex am Waldsportplatz, der etwa Fußballern, Keglern, Schützen und anderen Vereinen als Sportstätte und Stützpunkt für Treffen oder Weiterbildung dient. Zudem soll die im Ratsgebäude untergebrachte ehemalige Gaststätte "Ratskeller", auf Vordermann gebracht und als Fixpunkt für Vereine genutzt werden. Dabei schwebt dem Verein keine Luxussanierung vor. Gleichwohl braucht der Sanitärbereich eine Auffrischung. Genau wie das in die Jahre gekommene Parkett. "Und dann geht es in nächster Zeit um ganz entscheidende infrastrukturelle Fragen wie etwa die Abwasserentsorgung für das künftige Sportzentrum", umreißt Wagner den Arbeitsstand.

Doch dieser Tage steht die Akquise weiterer Unterstützer auf seiner Agenda. Einer hätte sich letzthin aufgrund der Berichterstattung in der "Freien Presse" gemeldet. "Das hat mich sehr gefreut, und ich hoffe, dass noch mehr engagierte Geringswalder zu uns stoßen. Gern auch die aus den Ortsteilen." Freilich gebe es auch Stimmen von Skeptikern, denen die Pläne zu hochfliegend erscheinen. Doch der Versicherungskaufmann aus Leidenschaft will es mit Hilfe seiner Unterstützer reißen.

Einen weiteren Bericht über einen engagierten Mittelsachse lesen Sie auf Seite 12.

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