Gymnasiasten spenden Hoffnung für Leukämiepatienten

Eltern und Schüler konnten sich gestern am Gymnasium in Mittweida für die Stammzellenspende registrieren lassen. Aufgerufen hatten zwei Schülerinnen - auch aus ganz persönlichen Gründen.

Mittweida.

Fast fünfeinhalb Millionen Menschen sind in Deutschland bereits für eine mögliche Stammzellenspende registriert. Gestern sind noch einmal über 40 hinzugekommen. Dafür gesorgt haben zwei Schülerinnen des Gymnasiums Mittweida, die im Zuge einer schulischen Arbeit das Thema Leukämie aufgegriffen haben.

Gina Weber und Kristin Mroczek heißen die beiden Zehntklässlerinnen, die die Typisierung gestern an der Bildungseinrichtung organisiert haben. "Eigentlich wollten wir erst eine Umfrage zu dem Thema machen. Dann kam uns die Idee, einfach mal die DKMS zu kontaktieren", beschreibt Gina Weber die Planung der Aktion. Die DKMS, einst als deutsche Knochenmarkspenderdatei bekannt, organisiert deutschlandweit und inzwischen auch im Ausland immer wieder solche Typisierungsaktionen. Der Kontakt mit der gemeinnützigen Organisation sei unkompliziert gewesen, so die beiden Schülerinnen. Binnen vier Wochen war die Aktion organisiert.

"Es kommt schon öfter vor, dass Schüler sich mit solchen Plänen an uns wenden", sagt Saskia Heineken, die gestern für die DKMS an der Schule war. Aber auch Lehrer und Direktoren würden mit entsprechenden Anfragen häufig auf die Organisation zukommen. Das Interesse der Schüler könne man immer wieder wecken - etwa durch anschauliche Berichte von Betroffenen. Saskia Heineken hat selbst bereits einmal eine Spende abgeben können. Und das nicht etwa über eine schmerzhafte OP, wie es oft angenommen wird. Wie in den meisten Fällen konnte auch Heineken ihre Spende per Blutentnahme abgeben. 80 Prozent aller Spenden finden so statt. "Ich bin zwar nicht der größte Nadelfan, aber das ist es wert, um jemanden wieder Hoffnung zu geben", sagt sie. Bei dieser peripheren Stammzellenentnahme, wie diese Spendenform genannt wird, muss der Spender sich über fünf Tage ein Medikament zur Stammzellenvermehrung spritzen. In dieser Zeit können grippeähnliche Symptome auftreten. Daneben gibt es auch noch die Knochenmarkentnahme, die stationär stattfindet und 20 Prozent der Spenden ausmacht.

Nachdem sich am gestrigen Nachmittag die Schüler registrieren lassen konnten, waren am Abend auch die Lehrer und Eltern dran. Bei der abendlichen Typisierungsaktion konnten die beiden Schülerinnen dann bereits selbstständig die Registrierung der potenziellen Spender übernehmen. Auf die Idee, sich mit dem Thema Blutkrebs zu beschäftigen, kam Kristin Mroczek aus persönlichen Gründen. Ihre Oma bekam vor einiger Zeit die Diagnose Leukämie - eine Stammzellenspende war notwendig. Am liebsten hätte die 16-Jährige sich selbst registrieren lassen, doch für die Spende gilt ein Mindestalter von 17 Jahren. Im Falle von Mroczeks Oma fand sich relativ schnell ein Spender. "Innerhalb von vier bis sechs Wochen wurde jemand gefunden. Jetzt geht es ihr schon besser", freut sich die Schülerin. Dieses Erlebnis hat sie auch dazu ermutigt, eine Ausbildung als Ärztin anzustreben. "Ich wollte schon immer etwas mit Menschen machen und dieses Ereignis hat diesen Wunsch noch einmal verstärkt", sagt sie.

Ihre Mitschülerin, beste Freundin und Mitorganisatorin der gestrigen Aktion, Gina Weber, unterstützt sie dabei ständig. "Wenn ich 17 werde, dann ist die Typisierung mein Geburtstagsgeschenk", sagt die 16-Jährige. Mit dem Erfolg von gestern sind die beiden zufrieden. "Ich würde das jederzeit wieder machen", sagt Kristin Mroczek.

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